Im April gingen Autos des Bielefelder Ordnungsamtes in Flammen auf
Brandanschlag: Kripo ermittelt dritten Verdächtigen

Bielefeld (WB/hz) -

Sieben Monate nach dem mutmaßlich von Linksautonomen verübten Brandanschlag auf Autos des Bielefelder Ordnungsamtes meldet die Kripo einen weiteren Ermittlungserfolg. Ein linksautonomer Aktivist (18) aus Bielefeld sei als dritter Tatverdächtiger identifiziert worden, sagte Polizeisprecher Fabian Rickel.

Dienstag, 24.11.2020, 17:33 Uhr aktualisiert: 24.11.2020, 18:20 Uhr
Die Fahrzeuge waren im April dieses Jahres ausgebrannt.
Die Fahrzeuge waren im April dieses Jahres ausgebrannt. Foto: Christian Müller/Westfalennews

Am frühen Morgen des 17. April gegen 2.40 Uhr waren drei im Ravensberger Park abgestellte Streifenfahrzeuge des Ordnungsamtes in Flammen aufgegangen und wurden zerstört. Offenbar ein Racheakt der Antifa, die gegen Coronavirus-Schutzkontrollen des Ordnungsamtes in Grünanlagen auf die Barrikaden gegangen war.

Von den Tätern fehlte zunächst jede Spur. Kripofahnder des für politische Straftaten zuständigen Staatsschutzes der Bielefelder Polizei begannen zu ermitteln.

Die für die Aufklärung des Brandanschlages zuständige Sonderkommission „Phönix“ konnte sehr schnell einen ersten Erfolg präsentieren. Eine Woche nach dem Brandanschlag, am 24. April, wurden die Wohnungen von zwei tatverdächtigen Bielefeldern (19/20) durchsucht.

Die jungen Männer sollen Polizeiangaben zufolge zur hiesigen linksautonomen Szene gehören. Offenbar hatten die Ermittler einen Treffer gelandet. In sozialen Medien veröffentlichten anschließend Bielefelder Antifa-Gruppen den Aufruf an Gleichgesinnte, eventuell vorhandene Beweise zu vernichten.

Brandanschlag auf Streifenfahrzeuge des Ordnungsamtes

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  • April 2020: Brandanschlag auf Fahrzeuge des Ordnungsamtes Bielefeld

    Foto: Christian Müller/Westfalennews
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  • April 2020: Brandanschlag auf Fahrzeuge des Ordnungsamtes Bielefeld

    Foto: Christian Müller/Westfalennews
  • April 2020: Brandanschlag auf Fahrzeuge des Ordnungsamtes Bielefeld

    Foto: Christian Müller/Westfalennews

„Inzwischen weiten sich die Ermittlungen auf einen männlichen,18-jährigen Bielefelder aus“, sagte Polizeisprecher Fabian Rickel am Dienstag. Dieser dritter Tatverdächtige werde auch der linksautonomen Szene zugeordnet und sei bereits polizeibekannt. Der 18-Jährige habe bereits am 21. September auf richterliche Anordnung eine Nacht in einer Polizeizelle verbracht.

Am Abend dieses Tages war eine sogenannter „schwarzer Block“ der Antifa laut schreiend mit Pyrotechnik quer durch die Bielefelder Innenstadt gezogen, um gegen strafrechtliche Ermittlungen in der linksradikalen Szene zu protestieren. Passanten in und rund um die Fußgängerzone wurden vom unangemeldeten, furchteinflößendem Aufmarsch in Angst und Schrecken versetzt.

Zahlreiche Streifenwagenbesatzungen der Polizei rückten damals aus, um nach den Teilnehmern des Aufmarsches zu fahnden. Dabei wurde der 18-Jährige, der jetzt als Tatverdächtiger beim Brandanschlag auf Ordnungsamts-Autos gilt, festgenommen und in den Polizeigewahrsam abgeführt.

 

 

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