Windpocken, Noro, Keuchhusten – Zusammenhang mit Hygieneregeln wahrscheinlich
Gemeldete Infekte in OWL stark rückläufig

Bielefeld (WB) -

Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der übrigen meldepflichtigen Infektionskrankheiten in OWL um ein Drittel gesunken. Erheblich rückläufig sind registrierte Magen-Darm-Infekte, aber auch Windpocken, Keuchhusten und Tuberkulose.

Freitag, 27.11.2020, 05:43 Uhr aktualisiert: 27.11.2020, 06:43 Uhr
Symbolbild.
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Das Landeszentrum für Gesundheit erfasst wöchentlich die gemeldete Zahl von mehr als 60 Infektionskrankheiten. Ansteckungen mit dem Corona-Virus werden in dieser Datenbank nicht registriert, dafür aber viele seit Jahren als hoch ansteckend bekannte Krankheiten.

Von diesen Erregern ist lediglich die Influenza auf annähernd gleichem Niveau geblieben. Die Erklärung: Die weitaus meisten Fälle der echten Grippe wurden bis Ostern gemeldet. In den ersten Wochen des Jahres gab es noch keine verschärften Hygienemaßnahmen. Rechnet man die Influenza-Infekte aus der Statistik heraus, nahm die Zahl der meldepflichtigen Krankheitsfälle in OWL im Jahresvergleich sogar um 51 Prozent ab.

Krankenhaus-Hygieniker Dr. Johannes Kleideiter vom Klinikum Bielefeld sieht zwei Gründe für diese Entwicklung. Zum einen sei bekannt, dass sich viele Menschen in der Pandemie-Zeit vor Arztbesuchen gescheut hätten. Es sei davon auszugehen, dass deshalb weniger Infekte diagnostiziert und gemeldet worden seien. Zum anderen sieht der Hygieniker aber einen klaren Zusammenhang mit der Pandemie: „Es gibt eine große Wachsamkeit in Hygienefragen.“

Die hoch ansteckenden Noroviren etwa würden durch Kontaktinfektion weitergegeben – etwa beim Anfassen von Flächen mit Virenanhaftung oder beim Händeschütteln, das es derzeit aber kaum gibt. Dass die Schutzvorkehrungen gegen Corona auch bei anderen Krankheiten wirkten, zeige die rückläufige Zahl bei Windpocken. „Diese Erreger verbreiten sich wie das Corona-Virus durch Tröpfchen und Aerosole.“

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