Film aus Bielefeld zeigt, wie Betroffene mit der HIV-Diagnose leben – Gottesdienst am Dienstag
Mahnung am Welt-Aids-Tag

Bielefeld -

In Bielefeld ist allein im vergangenen Jahr bei zwölf Menschen HIV diagnostiziert worden, in ganz Deutschland leben rund 90.000 Menschen mit HIV und Aids. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es der Bielefelder Aids-Hilfe wichtig, am Welt-Aids-Tag auf die Lage der Betroffenen aufmerksam zum machen.

Sonntag, 29.11.2020, 11:17 Uhr aktualisiert: 29.11.2020, 14:12 Uhr
Johanna Verhoven, Mitarbeiterin der Bielefelder Aids-Hilfe, und ihr Mann Simon werben deutschlandweit für den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. Sie wollen zeigen, dass Menschen mit HIV-Infektionen leben können wie alle anderen auch.
Johanna Verhoven, Mitarbeiterin der Bielefelder Aids-Hilfe, und ihr Mann Simon werben deutschlandweit für den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. Sie wollen zeigen, dass Menschen mit HIV-Infektionen leben können wie alle anderen auch.

„Wir müssen immer wieder daran erinnern wie wichtig es ist, sich gegen Diskriminierung zu wehren“, sagt Peter Struck, Geschäftsführer der Bielefelder Aids-Hilfe. Eigentlich bietet der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember jedes Jahr dazu den Rahmen. Aufgrund der Corona-Lage finden die sonst üblichen Veranstaltungen wie etwa ein Info-Stand diesmal nicht statt.

Einzige Veranstaltung im öffentlichen Rahmen ist ein Gottesdienst am Dienstag um 19 Uhr in der Süsterkirche. „Darin wollen wir zurückschauen, wie die Aids-Pandemie begonnen hat und was wir mit Blick auf die Corona-Pandemie lernen können“, sagt Struck.

Auf dem Youtube-Kanal der Aids-Hilfe ist von Dienstagabend an außerdem ein Film von Beate Middeke, Mitarbeiterin der Aids-Hilfe und Filmemacherin, zu sehen. Sie zeichnet ein persönliches Bild von vier Menschen, die HIV-positiv sind und zeigt, „was es heute bedeutet, mit dieser Diagnose zu leben“. Die Diagnose sei schockierend, es gebe für die Betroffenen aber Möglichkeiten, das zu akzeptieren. „Man kann heute ein normales Leben führen, in dem sich auch ein Kinderwunsch erfüllen kann“, weiß Helga Groß-Rogge vom Gesundheitsamt. Denn die medizinischen Möglichkeiten hätten sich weiterentwickelt. Therapien bewirkten, dass die meisten Betroffenen nicht mehr infektiös seien.

Eines der Gesichter der Kampagne und Protagonistin im Film ist die Sozialarbeiterin Johanna Verhoven, Mitarbeiterin der Bielefelder Aids-Hilfe. „Ich mache meine HIV-Infektion öffentlich, um zu zeigen, dass es alle Bevölkerungsteile treffen kann und um ein Zeichen gegen Stigmatisierung zu setzen“, sagt sie. Im Film ist auch ihr Ehemann zu sehen, der selbst nicht infiziert ist. Weil Spendensammlungen aufgrund der Corona-Lage nicht möglich sind, hofft Peter Struck, dass viele Bürger die Aids-Hilfe dennoch unterstützen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7698403?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Längerer Lockdown absehbar - kommt die Ausgangssperre?
Ein menschenleerer Platz ist am Abend in der Innenstadt Gifhorn in Niedersachen zu sehen. Hier gilt bereits zwischen 20.00 Uhr und 5.00 Uhr bis Ende Januar die Ausgangsbeschränkung.
Nachrichten-Ticker