Stefan Kampeter will Bielefeld-Senne um eine Attraktion bereichern
Mit dem Lama durch Wald und Wiesen

Senne -

Der Esel Paul braucht Gesellschaft. Und die hat er reichlich auf den Weiden in Senne. Neben den zurzeit 13 Artgenossen tummeln sich noch 25 Zwergkühe und 10 Schafe auf den Wiesen von Stefan Kampeter. Der 46-Jährige züchtet seit fünf Jahren die Grautiere. Seit Anfang des Jahres gehören auch zwei Alpakas und drei Lamas zum Hof Kampeter.

Montag, 30.11.2020, 04:44 Uhr aktualisiert: 30.11.2020, 04:50 Uhr
Zwergkühe und Esel stehen gemeinsam auf der Senner Weide von Stefan Kampeter. Wenn es allerdings Futter gibt, kann es schon mal zu kleinen Machtspielchen kommen.
Zwergkühe und Esel stehen gemeinsam auf der Senner Weide von Stefan Kampeter. Wenn es allerdings Futter gibt, kann es schon mal zu kleinen Machtspielchen kommen. Foto: Kerstin Sewöster

Während der zweifache Familienvater eher zufällig zum Eselzüchter wurde, waren die Alpakas und Lamas eine ganz bewusste Entscheidung. „Ich möchte geführte Wanderungen anbieten, aber Corona hat erst mal einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erzählt er. Die fünf Tiere mit südamerikanischen Wurzeln durften ihr erstes Jahr in Senne also frei und ohne Verpflichtungen auf der Weide herumstolzieren.

Die Wintermonate, in denen alle Tiere, also auch Esel und Kühe, im Stall stehen, will Stefan Kampeter nutzen, um die Tiere an Menschen und Halfter zu gewöhnen. „Lamas brauchen Zeit“, weiß er.

Vor drei Jahren hat Stefan Kampeter den väterlichen Hof an der Buschkampstraße übernommen. Heute werden dort 60 Pensionspferde verpflegt. Stefan Kampeter, der vor der Übernahme im Nebenerwerb 150 Schafe hielt, findet es wichtig, dass Tiere auf den Weiden stehen. Die Reaktionen auf seinem Hof und an den Zäunen geben ihm Recht. „Die Menschen sind so entfremdet von der Landwirtschaft. Die freuen sich immer sehr“, erzählt er. Die Entfremdung hat auch ihre Kehrseiten: Zwei Schafe verendeten vor einigen Jahren, weil Menschen sie über den Zaun mit giftigem Rhododendron gefüttert hatten.

60 Hektar benötigt er, um Heu zu ernten und die Tiere weiden zu lassen. Mehr als die Hälfte pachtet er dazu, oder er kann Ausgleichsflächen vom Landesbetrieb Straßen NRW nutzen. Es werde immer schwieriger, Weideflächen zu bekommen, sagt Kampeter. Es werde viel verbaut und auf großen Flächen Mais für Biogasanlagen angebaut. Mit seinen leichtfüßigen Eseln, kleinen Kuhrassen und Schafen kann er auch Landschaftsschutzflächen beweiden, die wegen der Bodenbrüter erst ab Mitte Juni gemäht werden dürfen.

Eine Stute, ein Fohlen und ein Hengst machten den Anfang seiner Eselzucht. Jetzt hat er eine Herde mit 14 Tieren. Die Fohlen verkauft er, häufig an Privatleute, die über größere Flächen verfügen und auf „Natur-Rasenmäher“ setzen. Esel gelten als pflegeleicht, doch sie brauchen trockene Böden. Und: Ein Esel kann 40 Jahre alt werden.

Während Esel, Lamas und Alpakas ein langes Leben auf den Weiden führen dürfen, sind die Zwergkühe echtes Nutzvieh und für den Verzehr gedacht.

Nicht Bio, aber artgerecht heißt das Motto bei Kampeters. Die Tiere sind fast das ganze Jahr auf der Weide und kommen nur im Winter zwei, maximal drei Monate in den Stall. „Die Tiere werden nicht gemästet und haben Zeit zu wachsen – ich schmecke den Unterschied“, meint Kampeter. Der 46-Jährige züchtet Dahomey, deren Wurzeln in Afrika liegen, die englische Zwergrasse Dexter und Schottische Hochlandrinder.

Auch ein Zwergzebu hat sich in die Herde gemischt. Gemein ist ihnen die Größe: Während ein normaler Mastbulle knapp 400 Kilo auf die Waage bringt, wiegen die Zwergkühe nur etwa die Hälfte. Ein Vorteil bei der Vermarktung, findet Kampeter. Bei ihm gibt es nur das ganze Tier oder die Hälfte. Und 70 Kilo Fleisch könnten, schon verwertet, im Gefrierschrank Platz finden.

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