Holocaust-Leugnerin verurteilt
Haverbeck soll erneut in Haft

Berlin/Vlotho (dpa) -

Nur einen Monat nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis in Bielefeld ist die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck erneut zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Freitag, 04.12.2020, 17:54 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 17:59 Uhr
Notorische Leugnerin des Massenmords an den Juden: Ursula Haverbeck.
Notorische Leugnerin des Massenmords an den Juden: Ursula Haverbeck. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

 Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verhängte am Freitag gegen die 92-Jährige aus Vlotho (Kreis Herford) eine Freiheitsstrafe von einem Jahr. Sie habe sich erneut der Volksverhetzung schuldig gemacht, begründete der Vorsitzende Richter das Urteil. Ihre Äußerungen seien unerträglich – „eine Verhöhnung der Opfer“. Ihre Aussagen in einem Video seien geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören.

Die Angeklagte habe im März 2018 im Rahmen eines im Internet veröffentlichten Interviews den Holocaust geleugnet, hieß es weiter im Urteil. Das Gespräch hatte laut Anklage ein mutmaßlicher Berliner Rechtsextremist auf seinem YouTube-Kanal verbreitet. Haverbeck habe gewusst, dass das Interview zur Veröffentlichung bestimmt war, so der Richter. Bei der Frau liege auch keine von ihrem Verteidiger angeführte „tiefgreifende Fehlvorstellung“ vor. „Ihr geht es um die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts.“

Die Rechtsextremistin war zum zweiten Prozesstag nicht ins Gericht gekommen. Sie hatte die Vorwürfe zuvor zurückgewiesen.

Mit der Entscheidung schloss sich das Gericht im Wesentlichen dem Staatsanwalt an, der ein Jahr und drei Monate Gefängnis gefordert hatte. Trotz ihres hohen Alters sei eine Haftstrafe erforderlich, so der Anklagevertreter. Es seien „gleichartige Straftaten“ zu erwarten. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Haverbeck sei „auch durch Gefängnis nicht von ihrer inneren Fehlvorstellung abzubringen“, so der Anwalt. Es wird mit Rechtsmitteln gegen das Urteil gerechnet. Die Witwe war Anfang November aus dem Gefängnis entlassen worden, wo sie seit Mai 2018 in Haft war.

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