Versenkbare Poller sollen Zufahrt regeln – neue Logistikkonzepte – City-Management geht an den Start
Bielefelder Altstadt erfindet sich neu

Bielefeld -

Bielefelds Altstadt soll künftig mehr Aufenthalts- und Lebensqualität bieten. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Neuregelung des Verkehrs im „Hufeisen“. Der soll durch versenkbare Poller gesteuert werden.

Freitag, 11.12.2020, 06:22 Uhr aktualisiert: 11.12.2020, 06:30 Uhr
Entwickeln neue Ideen für die Altstadt und das City-Management (von links): Matthias Eichler, Henrich Hardieck, Gregor Moss und Olaf Lewald.
Entwickeln neue Ideen für die Altstadt und das City-Management (von links): Matthias Eichler, Henrich Hardieck, Gregor Moss und Olaf Lewald. Foto: Bernhard Pierel

Olaf Lewald, Leiter des städtischen Amtes für Verkehr, erwartet in der zweiten Jahreshälfte konkrete Vorschläge dazu. Und Planungsdezernent Gregor Moss formuliert ein klares Ziel: „Pkw-Showfahrten in der Altstadt brauchen wir nicht länger.“

Bis 2022 soll zudem das Konzept für eine City-Logistik stehen. Von einem zentralen Umschlagplatz aus sollen die Geschäfte in der Innenstadt mit Ware beliefert werden – möglicht mit Lastenfahrrädern und Elektrofahrzeugen. Als Standort ist weiterhin der ehemalige Containerbahnhof an der Eckendorfer Straße im Gespräch. Dort werde man aber für das Verteilzentrum nur einen Bruchteil der elf Hektar großen Fläche benötigen.

Die City-Logistik soll verhindern, dass die Innenstadt vor allem in den Vormittagsstunden von Lieferfahrzeugen immer mehr „geflutet“ wird. „E-Commerce-, Online- und Mobile-Shopping nehmen immer mehr zu“, so Moss. Daraus resultierten die zunehmenden Lieferverkehre. „Hier müssen wir neue, entlastende Modelle entwickeln.“

Neu etabliert werden soll in Bielefeld auch ein City-Management. Darauf hat sich der Rat am Donnerstag verständigt. „Die Innenstadt hat ein Problem“, sagt Henrich Lewald, im Stab von Dezernent Moss für die Wirtschaftsförderung zuständig. Der stationäre Handel gerate zunehmend in die Krise. Dies führe zu einer veränderten Nutzung der Innenstadt. Das City-Management soll helfen, Leerstände bei Geschäften zu vermeiden, neue Konzepte in den Bereichen Wohnen oder Gastronomie zu erschließen.

Um „innovative Nutzungskonzepte“ geht es auch im Altstadt-Hufeisen. Dort soll die Verkehrsberuhigung Platz für neue Gestaltungsideen eröffnen. Entsprechend heißt das Projekt „altstadt.raum“. Dabei wird den Menschen, die in der Altstadt leben oder in ihr arbeiten, nichts aufgezwungen, vielmehr sollen gemeinsam mit ihnen Ideen entwickelt werden. Entsprechende Workshops sind in der ersten Jahreshälfte 2021 geplant, ein erster Termin ist bereits für Januar angesetzt. Mit im Boot sind Handels- und Gaststättenverband, Geschäftsleute, Ärzte oder auch die Eigentümervereinigung Haus & Grund.

Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der neuen Altstadt-Ideen soll auch die Digitalisierung spielen. „Wir wollen ein smartes System für ein smartes Quartier entwickeln“, sagt Matthias Eichler, Leiter des städtischen Digitalisierungsbüros. So könnte es am Ende so etwas wie eine Altstadt-App geben, mit deren Hilfe Zugangsberechtigte die Poller herunterfahren lassen können. Es wäre aber auch möglich, Passantenströme, etwa bei Großveranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt oder dem Leinewebermarkt, zu messen und zu steuern.

Und weil bei allen Plänen für die Innenstadt der Verkehr eine entscheidende Rolle spielt, läuft nach der Erarbeitung eines Radverkehrskonzepts und eines Nahverkehrsplans nun auch eine Studie zum motorisierten Individualverkehr. Moss: „Es muss geklärt werden, wo welche Straßen zurückgebaut werden können und wo sie leistungsfähig bleiben müssen.“

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