Bielefelder Start-up für Kostenoptimierung in Industriefirmen sammelt bei Investoren 3,25 Millionen Euro ein
Wachstumskapital für Valuedesk

Bielefeld -

Das 2017 gegründete Bielefelder Start-up Valuedesk macht den ersten großen Schritt auf dem angestrebten Weg zum weltweit führenden Kostenoptimierer für Industriefirmen. Das Jungunternehmen hat bei Investoren 3,25 Millionen Euro eingesammelt. Mit dem Kapital will Valuedesk das Wachstum beschleunigen, in seine Software-Technologie investieren und vor allem Personal aufbauen. Binnen Jahresfrist wollen die Gründer Torsten Bendlin, Ingo Roßdeutscher und Dennis Cutraro die Belegschaft von 17 auf rund 50 Mitarbeiter aufstocken. Gesucht werden vor allem Vertriebs- sowie Marketingleute und Software-Experten.

Samstag, 12.12.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 12.12.2020, 11:44 Uhr
Die Gründer Dennis Cutraro (von links), Torsten Bendlin und Ingo Roßdeutscher wollen das Bielefelder Start-up
Die Gründer Dennis Cutraro (von links), Torsten Bendlin und Ingo Roßdeutscher wollen das Bielefelder Start-up

 

Valuedesk hat eine Software entwickelt, die Optimierungsprozesse vor allem in Industriebetrieben strukturieren und transparent machen soll, um deren Umsetzung zu gewährleisten. Dabei verfügt das Start-up über ein Portfolio von mehr als 100 einzelnen Optimierungsmaßnahmen – von der Produktentstehung über den Einkauf und die Fertigung bis zur Lagerhaltung und Abfallverwertung.

Zu den Kunden zählen bislang vor allem Firmen in OWL: Größen wie Dr. Oetker, Miele, Dr. Wolff, Schüco oder Mittelständler wie der Torantriebehersteller Marantec (Harsewinkel), der Verler Tore- und Türenhersteller Teckentrup und neuerdings der Elektrotechnikkonzern Phoenix Contact in Blomberg. „Jetzt wollen wir den nächsten Schritt machen und auch über Ostwestfalen-Lippe hinaus Kunden gewinnen“, sagt Bendlin (51). „Die Finanzierungsrunde bietet für uns eine große Chance. Wir wollen jetzt das beste Personal finden und unsere Technologie so verbessern, dass Kunden weltweit nicht mehr an uns vorbeikommen.“

Die Frühphasen-Finanzierungsrunde komme zu einem Zeitpunkt, an dem „wir wissen, dass unser Geschäftsmodell funktioniert“. Die Kunden hätten unter dem Einsatz der Valuedesk-Lösungen insgesamt 175 Millionen Euro eingespart, sagt Bendlin. Sein Unternehmen stehe vor dem Sprung über die Umsatzmillion. Bis 2025 sieht der Gründer Valuedesk bei „weit mehr als 150 Mitarbeitern und zweistelligen Millionenerlösen“.

Auf dem Weg helfen sollen die neuen Mitgesellschafter. Angeführt wird die erste größere Finanzierungsrunde von dem auf Geschäftskunden-Start-ups spezialisierten Münchner Investor UVC Partners. 2,5 Millionen stammen aus dem neu aufgelegten, 150 Millionen Euro schweren UVC-Fonds für Wagniskapital. Die Bayern erhalten im Gegenzug rund 20 Prozent der Valuedesk-Anteile. In diesem Zuge steigen zudem fünf weitere Persönlichkeiten als Mitgesellschafter ein. Darunter ist der frühere Deutschland-Chef des Software-Riesen SAP, Dr. Daniel Holz. Er verantwortet inzwischen das Cloud-Geschäft von Google in Nordeuropa. Insgesamt hat Valuedesk nun elf Mitgesellschafter, die Gründer halten noch mehr als 60 Prozent.

Das aus der Gründerschmiede Founders Foundation hervorgegangene Start-up will jetzt durchstarten. Bielefeld soll dabei die Heimat bleiben, neue Büroräume werden gesucht. Innerhalb der nächsten zwei Jahre rechnet Bendlin mit einer zweiten, großen Finanzierungsrunde im zweistelligen Millionenbereich. Seine Vision ist, die Valuedesk-Lösung zum Industriestandard zu machen. „Es gibt viel Einsparpotential, im Schnitt fünf Prozent. Gerade in der Corona-Krise gilt es, diese Potentiale zu heben anstatt Arbeitsplätze abzubauen.“

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