Regionale 2022: Acht neue Projekte sind in OWL umsetzungsreif
Vom Schienenfloh bis zur Klimaerlebniswelt

Bielefeld/Lemgo/Höxter (WB) -

In 32 Projekte der „Regionale 2022“ sind bereits 90 Millionen Euro nach OWL geflossen. Mit Hilfe des Landesförderprogramms wollen sich die Kreise und Städte unter Federführung der OWL GmbH auf Gebieten wie Gesundheit, Mobilität, Wohnen, Landwirtschaft und Kultur fit für die Zukunft machen.

Montag, 14.12.2020, 22:28 Uhr aktualisiert: 14.12.2020, 22:35 Uhr
MiniCabs fahren auf eingleisigen Strecken. Sie sind eine Option für den Schienenverkehr der Zukunft. Nicht mehr gebrauchte Schienenstrecken könnten auf diese Weise reaktiviert werden.
MiniCabs fahren auf eingleisigen Strecken. Sie sind eine Option für den Schienenverkehr der Zukunft. Nicht mehr gebrauchte Schienenstrecken könnten auf diese Weise reaktiviert werden.

Acht neue Projekte hätten den A-Status erreicht und seien damit bereit für die Umsetzung, erläuterte die OWL GmbH am Montag in einer Pressekonferenz. Die Zahl der Leuchtturmprojekte sei damit auf 15 gestiegen.

Zu den acht neuen gehört das MonoCab OWL der Technischen Hochschule OWL in Lemgo. Für den Verkehr der Zukunft werden kabinenartige Schienenfahrzeuge entwickelt, die auf eingleisigen Strecken unterwegs sind. Die MonoCabs böten die Möglichkeit, stillgelegte Bahnstrecken zu reaktivieren, sagte Thomas Schulte von der Technischen Hochschule OWL. Mit Mobilität auf dem Land befasst sich auch der Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter in seinem Projekt On Demand Ridepooling. Wer am Bahnhof in Höxter ankommt und sieht, dass kein Bus mehr kommt, soll ganz einfach per App einen Fahrdienst buchen können. Dafür werden elektrische Vans bereitgehalten.

Der Kreis Höxter möchte das Weltkulturerbe Schloss Corvey besser vermarkten. Dies soll auch mit Hilfe eines digitalen Showrooms geschehen.

Der Kreis Höxter möchte das Weltkulturerbe Schloss Corvey besser vermarkten. Dies soll auch mit Hilfe eines digitalen Showrooms geschehen. Foto: dpa/Beate Depping

Im Bereich Freizeit, Tourismus und Kultur versprechen sich die Kreise Minden-Lübbecke, Paderborn, Lippe und Höxter viel von den „großen Sieben“. Damit sind die sieben Sehenswürdigkeiten Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Hermanns-Denkmal, Schloß Corvey, Paderborner Dom, Wewelsburg, Kloster Dalheim und der Desenberg bei Warburg gemeint. „Wir wollen ein besonderes kulturhistorisches Angebot schaffen und die Denkmäler neu sichtbar machen“, betonte die Landrätin des Kreises Minden-Lübbecke, Anna Katharina Bölling.

Während in Höxter der Digitale Show-Room im Archäologie-Park im Bereich der Stadtwüstung Corvey als neue Anlaufstelle für Touristen die Aufmerksamkeit auf die Landesgartenschau 2023 lenken soll, wird im lippischen Oerlinghausen für 6,2 Millionen Euro eine Klimaerlebniswelt entstehen. „Wir wollen den Wandel des Klimas durch die Zeiten darstellen“, erläuterte Landrat Axel Lehmann. Menschheits- und Naturgeschichte werden anhand der Senne und des Archäologischen Freilichtmuseums mitein­ander verbunden. Das Projekt Gesundes Lippe wiederum sieht drei Gesundheitszen­tren in Lügde, Bad Salzuflen und Oerlinghausen vor, die, so der Landrat, „mehr sind als Ärztehäuser“ und auch Telemedizin nutzen sollen.

Auf die Landwirtschaft der Zukunft zielt das Projekt Smart Farm OWL ab. „Wir wollen die regionale Landwirtschaft auf dem Weg in die Digitalisierung unterstützen“, sagte Burkhard Wrenger von der Technischen Hochschule OWL. Eine höhere Effizienz und damit auch ein geringerer Verbrauch von Dünger und Pestiziden sei das Ziel. Mehr Biodiversität schließlich wollen der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft mit dem Projekt BOWLING (Bauern in OWL für Insekten, Natur und Gewässer) erreichen. Allein schon die Pflege von Hecken könne einiges bewirken, glaubt der WLV-Vorsitzende Antonius Tillmann.

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Heimatministerin Ina Scharrenbach lobte OWL als „starken Landesteil“. Die „Regionale“ führe als „Vernetzungsförderprogramm“ Stadt und Land zusammen. Die „Regionale“ beflügele den Erfindergeist, bringe Denker und Macher zusammen und mache OWL bekannter, sagte Regierungspräsidentin Judith Pirscher.

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