Evangelische Kirche rät von Präsenzgottesdiensten ab - Katholiken halten daran fest und werden kreativ
Viele Gottesdienste zum Fest entfallen

Bielefeld/Paderborn (WB/dpa) -

In weiten Teilen Nordrhein-Westfalens werden evangelische Christen an Weihnachten keinen Gottesdienst besuchen können - Katholiken voraussichtlich schon. Sie setzen auf die Kreativität ihrer Gemeinden.

Mittwoch, 16.12.2020, 17:52 Uhr
Symbolbild
Symbolbild Foto: Thomas Meyer

In vielen evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen wird es an Weihnachten keine öffentlichen Gottesdienste geben. Die Evangelische Kirche von Westfalen und die Lippische Landeskirche empfahlen ihren Gemeinden, Feiern mit Besuchern bis zum 10. Januar abzusagen. Die katholischen Bistümer in NRW hingegen wollen nach bisherigem Vernehmen an öffentlichen Weihnachtsgottesdiensten festhalten.

Ihm sei bewusst, wieviel Engagement in die Vorbereitung der Gottesdienste geflossen sei, erkläre der Lippische Landessuperintendent, Dietmar Arends, in Detmold. „Aber wir sind der Überzeugung, dass Nächstenliebe in diesen Wochen heißt, Kontakte auch in den Kirchen zu reduzieren.“ Arends verwies auf Fernseh-, Radio- und Onlinegottesdienste.

Die Empfehlung der beiden evangelischen Gliedkirchen betrifft Feiern sowohl drinnen als auch draußen. Untersagt seien Gottesdienste aufgrund der Religionsfreiheit nicht, erklärte die westfälische Präses Annette Kurschus. Sie halte es jedoch „angesichts der gegenwärtigen und deutlich veränderten Lage - trotz der bisher bewährten Schutzkonzepte - für ein Gebot der Vernunft, auf Versammlungen von Menschen möglichst zu verzichten, um Menschen nicht zu gefährden“. Die meisten Kirchen seien als Orte der Stille und des Gebets jedoch geöffnet.

Das Bistum Münster und das Erzbistum Paderborn machten am Mittwoch ebenfalls auf die strenger gefassten Vorgaben aufmerksam. Ihrer Auffassung nach können öffentliche Gottesdienste unter diesen Bedingungen allerdings stattfinden. Die Gesundheit der Menschen zu schützen, sei ein zentrales Ziel der Verantwortlichen vor Ort, erklärte das Bistum Münster. „Niemand handelt hier fahrlässig“, hieß es. Gottesdienste seien ein wichtiges Zeichen der Solidarität, des Trostes, der Hilfe und der Geborgenheit.

Das Erzbistum Paderborn betonte, die Sicherheit der Teilnehmenden stünde bei allen Angeboten im Vordergrund. So sei der Gemeindegesang grundsätzlich untersagt, Besucher würden sich eigenverantwortlich anmelden. Alternativ verwies die Erzdiözese auf Online- und Hausgottesdienste oder etwa Gottesdienste im Freien. „Es gibt in vielen Pfarreien eine deutlich höhere und vielfältigere Zahl an Gottesdiensten.“

Laut aktueller Corona-Schutzverordnung des Landes NRW sind öffentliche Gottesdienste mit Auflagen grundsätzlich möglich. Nach wie vor gelten der Mindestabstand und die Maskenpflicht auch am Platz. Hinzu kommen weitere Regeln. So muss das Ordnungsamt informiert werden und die Gemeinde darf nicht singen. Über Gottesdienstauflagen in Kreisen und Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 wird derzeit noch beraten. Im Gespräch ist eine weitere Begrenzung der Teilnehmerzahl.

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