180 Dosen gegen das Corona-Virus am Sonntag in Bielefeld verabreicht
Impfkampagne startet reibungslos

Bielefeld -

Nach wochenlangen Vorbereitungen sind am Sonntag auch in Bielefeld die ersten Impfungen gegen das Corona-Virus angelaufen. Wie alle Kommunen hatte die Stadt zunächst 180 Impfdosen erhalten. Diese wurden um kurz vor 9 Uhr in den zum Start ausgewählten Senioreneinrichtungen angeliefert, wo die besonders schützenswerten Bewohner als erste eine Impfung erhalten haben.

Montag, 28.12.2020, 06:35 Uhr aktualisiert: 28.12.2020, 06:40 Uhr
Dr. Andreas Dammann spritzt Bewohnerin Lieselotte Ohse (85 Jahre) im Betheler Pflegezentrum in Quelle den Impfstoff gegen das Corona-Virus.
Dr. Andreas Dammann spritzt Bewohnerin Lieselotte Ohse (85 Jahre) im Betheler Pflegezentrum in Quelle den Impfstoff gegen das Corona-Virus. Foto: Christian Weische

Schon bis zum Mittag waren alle Impfdosen verabreicht, sagte Dr. Theodor Windhorst, Chirurg und Leiter des städtischen Impfzentrums am Sonntag. „Der erste Tag hat super geklappt, alles ist reibungslos verlaufen. Es hat auch keinen Impfzwischenfall gegeben“, erklärte Windhorst.

Die Impfdosen seien direkt aus dem geheimen Zentrallager für Nordrhein-Westfalen zu den einzelnen Einrichtungen geliefert worden, berichtete Windhorst. Etwa 20 Ärzte und medizinisches Personal hätten dann die eigentlichen Impfungen vor Ort übernommen.

Zu den Menschen in Bielefeld, die am Sonntag als erstes an der Reihe waren mit der Impfung gegen das Corona-Virus, gehörten auch 60 Menschen in dem Betheler Seniorenzentrum Quelle. „Alles war top vorbereitet, die Logistik hat sehr gut geklappt“, zog am Sonntag auch Dr. Matthias Ernst, Geschäftsführer des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB), eine positive Bilanz des ersten Impftages.

Dass in Bielefeld wie in allen anderen Städte und Gemeinden am ersten Tag nur 180 Dosen zur Verfügung standen, liege daran, dass zunächst die Abläufe getestet werden sollten, erklärte Theodor Windhorst. Denn der Impfstoff, der zunächst bei Minus 70 Grad Celsius gelagert wird, müsse vor Ort aufgetaut und aufbereitet werden, sei dann aber sehr empfindlich und dürfe zum Beispiel nicht mehr stark geschüttelt werden, bevor er gespritzt werde.

Von dieser Woche an würde die Zahl der Impfdosen dann ständig erhöht, pro Tag stünden mit Beginn dieser Woche in Bielefeld zunächst 1200 Dosen zur Verfügung. Weil es kleinere Probleme bei der Übermittlung der Meldungen einiger Alteneinrichtungen gegeben habe, die im Gesundheitsministerium in Düsseldorf ihren Bedarf anmelden mussten, könnten nicht alle dieser für den Dienstag eingeplanten Dosen verabreicht werden. „Das wird aber nachgeholt, es geht uns in Bielefeld dadurch keine einzige Impfdosis verloren“, betont Windhorst.

Sichergestellt sei auch, dass alle Menschen, die jetzt geimpft würden, auch in drei Wochen die notwendige zweite Dosis erhielten. „Diese sind schon reserviert und liegen bereit.“

Während im ersten Schritt zunächst Menschen in den Alteneinrichtungen den Impfschutz erhalten, seien am Donnerstag auch Krankenhäuser an der Reihe, so der Leiter des Impfzentrums. „Am 31. Dezember haben wir 600 Dosen für Personal in den Intensivstationen und den Notaufnahmen der Kliniken zur Verfügung, da diese besonders viele Kontakte haben.“

Das städtische Impfzentrum in der Ausstellungshalle der Stadthalle bereite sich darauf vor, am 15. Januar seinen Betrieb aufzunehmen. Zunächst könnten sich dann alle Bielefelder ab 80 Jahren dort impfen lassen. Dafür ist jedoch in jedem Fall eine Anmeldung unter der Telefonnummer 116117 notwendig, betont Windhorst. „Dort erhält jeder einen Termin, damit es keine lange Wartezeiten gibt.“

Auch Menschen, die jünger als 80 Jahre sind, können sich dann impfen lassen, wenn sie durch eine Erkrankung besonders gefährdet sind. Dafür benötigten sie jedoch eine Bestätigung ihres Hausarztes.

Begleitet werden die Impfungen von strengen Sicherheitsmaßnahmen. Für den Impfstoff gebe es Polizeischutz und am Impfzentrum an der Stadthalle sei außerdem ein Sicherheitsdienst mit zahlreichen Mitarbeitern im Einsatz, erklärt Theodor Windhorst. Denn es habe Hinweise darauf gegeben, dass Kriminelle versuchen könnten, an die Impfdosen zu gelangen. Windhorst: „Die Polizei hat zudem von Betrügern berichtet, die bei alten Menschen angerufen haben und Impfdosen für 1000 Euro angeboten haben.“

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