Bielefelder Kabarettist Ingo Börchers lässt 2020 digital Revue passieren
Die Siegerin der Panikkäufe

Bielefeld -

„Es ist schon alles gesagt, nur nicht von allen“ – und eben auch nicht von Kabarettist und Schauspieler Ingo Börchers. Der muss pandemiebedingt seinen traditionellen Jahresrückblick vom Theater am Alten Markt (TAM) ins Digitale verlegen und lässt darin seit Montagabend 2020 Revue passieren: „Ein Jahr zum Vergessen und eines, was wir nie vergessen werden.“

Freitag, 01.01.2021, 16:00 Uhr
Der doppelte Ingo: In seinem Jahresrückblick interviewt Kabarettist Ingo Börchers (links) Ingo Nürnberger, den Sozialdezernenten der Stadt Bielefeld.
Der doppelte Ingo: In seinem Jahresrückblick interviewt Kabarettist Ingo Börchers (links) Ingo Nürnberger, den Sozialdezernenten der Stadt Bielefeld.

Börchers stellt Fragen wie die, ob Schulpflicht auch für Lehrer gilt, ob der Herdentrieb stärker ist als die Herdenimmunität und ob der „Denker“, die Rodin-Skulptur (eigentlich) vor der Kunsthalle, zu den Querdenkern abgewandert ist. Börchers: „2020 – was hätte alles aus Dir werden können, wenn man Profis rangelassen hätte.“

2020 sei das Jahr der Kernfamilie, der Videokonferenzen und der Hamsterkäufe, rekapituliert der 48-Jährige und widmet dem Klopapier gleich eine Ode: „Du Siegerin der Panikkäufe, Du, die du Deine große Rolle bekommen hast...“ Ja, Börchers sah das Klopapier gleichsam als Metapher für das menschliche Dasein – allerdings nur vierlagig. Mindestens.

Mitunter ist der Witz nicht allzu witzig, Börchers gelingt es aber erneut, Lokales und Globales zu einem unterhaltsamen Mix zu verquirlen. So bezeichnet er Donald Trump als die „Stradivari unter den Arschgeigen“ und Tönnies ist für ihn ein Grund, „zum Vegetarier zu werden“.

Als Gesprächspartner hat Ingo Börchers Sozialdezernent Ingo Nürnberger als Krisenmanager der Pandemie ins Loft des Stadttheaters – Ort der Video-Aufzeichnung – eingeladen. Von ihm ist zu erfahren, dass Halloween und Black Friday „etwas völlig Fremdes“ sind und dass das Letzte, was er vor dem harten Lockdown noch gekauft habe, zwei Flaschen Duschgel gewesen seien. Nürnberger setzt auf eine „hohe Impfbereitschaft“: „Es wird ein Danach nach Corona geben.“

Höhepunkt und Abschluss der 30 Minuten von Teil 1 des Jahresrückblicks: der Auftritt von Sängerin Cornelie Isenbürger, am Klavier begleitet von Bill Murta. Sie ist Melania Trump und singt zur Melodie von „Don‘t Cry For Me, Argentina“ aus dem Musical „Evita“ den Text „Wein nicht um ihn, USA – er wird euch nie verlassen“.

Zu sehen ist der Jahresrückblick (inzwischen auch Teil 2) online unter www.youtube.com/user/TheaterBielefeld. Interviewpartnerin in Teil 2 ist die 14-jährige Smilla Jongsmanns, Siegerin des Wettbewerbs „Jugend präsentiert“.

Aufgenommen hat Ingo Börchers zudem zwei Podcasts; die sind zu hören unter theater-bielefeld.de/service/podcast. Gesprächspartner in Teil 1 ist Pfarrer Lars Prüßner, in Teil 2 (ab 2. Januar) Hausarzt Dr. Frank Diener.

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