Kommentar zur Corona-Lage in Bielefeld
Der Wille ist da, die Einsicht wird schwieriger

Auf den harten Lockdown folgt der weiche Lockdown folgt der harte Lockdown. Auch Bielefeld ächzt unter den fortgeschrittenen Corona-Einschränkungen.

Samstag, 09.01.2021, 10:56 Uhr aktualisiert: 09.01.2021, 11:00 Uhr
Die Maske ist weiterhin Pflicht in zentralen Bereichen der Bielefelder Innenstadt.
Die Maske ist weiterhin Pflicht in zentralen Bereichen der Bielefelder Innenstadt. Foto: Bernhard Pierel

Doch eine Alternative dazu gibt es nicht wirklich. Die Knallhart-Regeln sind das letzte Mittel von Bundes- und Landespolitikern, die sich nicht mehr anders zu helfen wissen und wohl früher hätten handeln sollen. Ausgebadet werden muss das vor Ort.

Theo Windhorst, Chef des Impfzentrums, wartet händeringend auf mehr Impfdosen, bekommt sie aber nur schleppend.

Bielefelds Kita-Eltern sind auf dem Zaun, weil sie mindestens von einigen Trägern in Sachen Notbetreuung im Stich gelassen werden.

In den Lehrerzimmern der 110 Schulen in der Stadt wird wieder darüber gebrütet, wie ab der kommenden Woche Distanzunterricht angeboten werden kann. Ganz zu schweigen von den Kindern, die – mal ehrlich – das erste Schulhalbjahr quasi abschreiben können.

Im Rathaus wird abgeladen, wovor sich das Land drückt. Vor Ort soll im Zweifel über eine 15-Kilometer-Grenze entschieden werden. Aber wo fängt sie an? Vor der eigenen Haustür oder am Ortsschild?

Aber auch in der heimischen Verwaltung läuft nicht alles rund. Dass Bielefeld jetzt auf einen Inzidenzwert um die 300 zulaufen könnte, mag statistische Gründe und mit der Weihnachtspause zu tun haben, einfach vermittelbar ist es den Bürgern nicht.

Dass Firmen weiter produzieren, Büros weiter besetzt sind, ist auch in Bielefeld eine tägliche Gratwanderung zwischen „Die Wirtschaft muss laufen“ und „Hoffentlich passiert nichts“. Gleichzeitig wird mit jedem Tag, den Geschäfte, Kneipen und Kultureinrichtungen geschlossen sind, die Gefahr größer, dass einige davon nie wieder öffnen werden.

Einmal noch zusammenreißen. Dann haben wir‘s geschafft. Der Wille ist weiterhin da, aber die Einsicht wird schwieriger. Denn am Ende könnte es wieder heißen: Auf den harten Lockdown folgt der weiche Lockdown folgt der harte Lockdown.

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