Kurzarbeit in OWL nimmt wieder zu
Kein Vergleich mit Frühjahr

Bielefeld (WB) -

Kurzarbeit ist seit der Finanzkrise ein bewährtes Instrument, um rapide Auftrags- und Umsatzrückgänge abzufedern, ohne gleich Mitarbeiter entlassen zu müssen.

Dienstag, 19.01.2021, 19:48 Uhr aktualisiert: 19.01.2021, 23:44 Uhr
Die Zahl der Anträge auf Kurzarbeit steigt seit November wieder.
Die Zahl der Anträge auf Kurzarbeit steigt seit November wieder. Foto: dpa

So war es nicht erstaunlich, dass die Anmeldungen von Kurzarbeit in März und April 2020, als die Politik auf den Beginn der Pandemie mit dem ersten Lockdown reagierte, auch in Ostwestfalen-Lippe rasant in die Höhe geschnellt sind. Auch jetzt wieder, in November und Dezember 2020, haben viele Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. Doch ihre Zahl ist deutlich niedriger als in Frühjahr – selbst wenn man berücksichtigt, dass Betriebe, die durchgängig in Kurzarbeit sind, überhaupt nicht neu anmelden müssen.

In Zahlen heißt das: Im Frühjahr haben nach Angaben der Arbeitsagentur Bielefeld in ganz OWL 6367 (März) plus 13.591 Unternehmen (April) Kurzarbeit angemeldet, insgesamt also 19.958. Im November war es zwar ebenfalls ein deutlicher Zuwachs gegenüber Oktober, aber mit 1763 (November) und 1679 (Dezember) – insgesamt 3442 – nur knapp ein Sechstel der Frühjahrszahl. Ähnlich fällt der Vergleich bei von der Anmeldung einer Kurzarbeit betroffenen Beschäftigten aus: insgesamt 38.692 in November/Dezember im Vergleich zu 313.533 in März/April.

Regional gesehen lagen bei der Zahl der Kurzarbeit-Anmeldungen im Frühjahr der Kreis Gütersloh und die Stadt Bielefeld vorn, im November war es der Kreis Minden-Lübbecke.

Bei den Branchen fällt die hohe Zahl an Handelsunternehmen und gastronomischen Betrieben ins Gewicht, wobei die Anmeldungen – wenig verwunderlich – aktuell in der Gastronomie besonders stark steigen.

Thomas Richter leitet die Arbeitsagentur Bielefeld

Thomas Richter leitet die Arbeitsagentur Bielefeld Foto: Bernhard Pierel

Thomas Richter, Leiter der Arbeitsagentur Bielefeld und ihr Sprecher in OWL, begrüßte die Entwicklung. Im Frühjahr habe man die durchschnittliche Bearbeitungszeit von fünf Tagen nur durch große Umschichtungen beim Personal sicherstellen können. Aktuell sei dies trotz des Wiederanstiegs auch ohne erneute Umschichtungen möglich.

Abzuwarten ist, inwieweit die Anmeldungen der Kurzarbeit auch tatsächlich umgesetzt und damit realisiert wurden. Hier verfügen die Arbeitsagenturen für November/Dezember noch über keine Zahlen.

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