Stadt Bielefeld sieht sich durch Gutachten bestätigt – Absenkung auf 60 Stundenkilometer allenfalls in den Nachtstunden
Weiter Tempo 80 auf dem Ostwestfalendamm

Bielefeld (WB/peb) -

Die Stadt Bielefeld sieht sich durch ein Gutachten zum Verkehr auf dem Ostwestfalendamm bestätigt: Die Anordnung aus dem Jahr 2019, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf dem OWD auf Tempo 80 zu begrenzen, um Anwohner vor Lärm zu schützen, sei richtig gewesen.

Samstag, 30.01.2021, 06:24 Uhr aktualisiert: 30.01.2021, 10:22 Uhr
Tempo 80 auf dem Ostwestfalendamm soll auch weiterhin Gültigkeit behalten.
Tempo 80 auf dem Ostwestfalendamm soll auch weiterhin Gültigkeit behalten. Foto: Bernhard Pierel

Das Gutachten war in Auftrag gegeben worden, nachdem Anwohner vor dem Verwaltungsgericht Minden geklagt hatten und Recht bekamen. Ihnen reichten die Lärmschutzmaßnahmen nicht aus. Das Gericht beanstandete Fehler bei der Lärmberechnung und bei der Begründung, warum der OWD eine größere Bedeutung für den Verkehrsfluss habe und das Tempo daher nicht weiter reduziert werden könne. Daraufhin hatte die Stadt zur weiteren Klärung dieser Punkte ein Gutachten in Auftrag gegeben; das liegt nun vor.

„Ein erster Blick auf das Gutachten bekräftigt die von der Verwaltung begründeten Annahmen bei der Entscheidung, auf dem OWD ganztags Tempo 80 km/h als maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit anzuordnen“, heißt es aus der Verwaltung. Denn das Gutachten zeige, dass es bei geringeren Geschwindigkeiten, etwa Tempo 70 oder 60 ganztags, „deutliche Verkehrsverlagerungen von bis zu 30 Prozent besonders in den Bereich der Artur-Ladebeck-Straße“ gäbe. Dort würde es zu einer erheblichen Mehrbelastung kommen. An verschiedenen Knotenpunkten würden die Kapazitäten überschritten, und es würde zu größeren Stauungen in der Spitzenstunde kommen.

Weiterhin habe der Gutachter untersucht, inwiefern es bei einer zeitlichen Abstufung zu Verlagerungen käme. Das Ergebnis: Wenn die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von jetzt 80 Stundenkilometern nachts auf Tempo 60 gedrosselt würde, käme es nicht zu weiteren Verkehrsverlagerungen auf umliegende Straßen. „Bei diesem Szenario wäre der Verkehr auf dem OWD annähernd gleichbleibend“, so das Fazit. Demnach könnte künftig nachts Tempo 60 gelten.

Die Verwaltung will auf dieser Grundlage jetzt die Ermessensentscheidung aus dem November 2019 „auf ihre Gültigkeit überprüfen“ und mit den beteiligten Stellen in Kontakt treten. Das dürfte vor allem der Landesbetrieb Straßen NRW sein, der die Tempo-Reduzierung auf 80 Stundenkilometer in dem Abschnitt, für den er zuständig ist, bislang verweigert hat.

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