Nebenwirkungen bei Astrazeneca: Berufsausfälle befürchtet
Warum Rettungskräfte nicht zeitgleich geimpft werden

Bielefeld (WB) -

Feuerwehrleute, Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste, Krankenhauspersonal und in Kürze auch Lehrer und Kita-Beschäftigte. Diesen Berufsgruppen in Bielefeld wird der Astrazeneca-Impfstoff angeboten. Aber was ist, wenn aufgrund von Nebenwirkungen ganze Gruppen der Einsatzkräfte oder etwa Teile der Bielefelder Feuerwehr zeitgleich ausfallen?

Freitag, 26.02.2021, 06:14 Uhr aktualisiert: 26.02.2021, 06:20 Uhr
6000 Impfdosen von Astrazeneca werden in den nächsten Tagen in Bielefeld an Rettungskräfte verimpft.
6000 Impfdosen von Astrazeneca werden in den nächsten Tagen in Bielefeld an Rettungskräfte verimpft. Foto: dpa

Um das zu verhindern, ist im Bielefelder Impfzentrum eine neue Software im Einsatz. Damit ist es Arbeitgebern und Trägern von Sozialeinrichtungen möglich, die Impftermine für ihre Mitarbeiter so zu vereinbaren, damit nicht alle oder zu viele zeitgleich geimpft werden. Grundsätzlich ist es zwar gut, wenn sich möglichst schnell viele Rettungskräfte nicht mehr infizieren können. Aber aufgrund der möglichen Nebenwirkungen wie Fieber, Schwäche und Bewegungseinschränkungen am Arm können Geimpfte möglicherweise ein bis drei Tage nicht zur Arbeit erscheinen.

„Es wäre ja fatal, wenn zum Beispiel viele Feuerwehrleute im Impfzentrum gleichzeitig erscheinen würden und dann auch zusammen ausfallen“, sagt der organisatorische Leiter des Bielefelder Impfzentrums Ingo Schlotterbeck.

Eine weitere Panne oder ein neues Chaos bei der Terminvergabe soll somit unbedingt verhindert werden. Bei der Software handelt es sich um ein Software-Tool, das der Landesverband des Arbeiter-Samariter-Bundes bereits nutzt. „Wir haben diese Software für Impftermine in Bielefeld modifiziert, so dass sie uns und den betroffenen Trägern und Arbeitgebern eine große Hilfe ist“, sagt Ingo Schlotterbeck. Andere Städte oder Regionen nutzen beispielsweise das System des Ticketdienstleisters Eventim.

Bereits in dieser Woche stehen 2400 Impfdosen von Astrazeneca für Mitarbeiter von beispielsweise ambulanten Pflegediensten zur Verfügung, also der Prioritätskategorie 2.

„Die Akzeptanz von Astrazeneca nimmt weiter zu“

„Die Akzeptanz von Astrazeneca nimmt weiter zu. Die Menschen überlegen sich sehr gut, ob sie damit geimpft werden möchten. Denn entweder gibt es für diese Gruppe diesen Impfstoff oder keinen“, betont der organisatorische Leiter des Impfzentrums.

1240 Dosen von Astrazeneca für Krankenhausbeschäftigte in dieser sowie 2490 Dosen für das Klinikpersonal in der kommenden Woche sollen zügig verimpft werden.

Selbst wenn die Ablehnung im Bielefelder Impfzentrum größer sein sollte als befürchtet, ist das kein Problem. Im Gegensatz zu anderen Impfstoffen muss Astrazeneca nicht sofort verabreicht werden. Zudem muss die zweite Impfung erst nach zwölf Wochen erfolgen. Bei Biontech/Pfizer ist das bereits nach drei Wochen der Fall – Nebenwirkungen auch hier nicht ausgeschlossen.

 

Kommentar

Jeder muss für sich ganz persönlich entscheiden, ob er sich mit Astrazeneca impfen lassen möchte oder nicht. Wenn manche Menschen das nicht wollen, – nun, dann müssen sie eben die Konsequenzen dafür tragen. Und noch länger warten, bis sie erneut an der Reihe sind. Das kann dauern. In dieser Zeit könnten sie sich infizieren und andere anstecken. Mit vielleicht bösen Folgen. Die Rettungskräfte aus Bielefeld sollten klug genug sein, sich jetzt impfen zu lassen. Es scheint, als würde die Akzeptanz zunehmen. Das ist erfreulich. Jeder Geimpfte schützt sich und andere. Gerade Menschen, die in sozialen Berufen tätig sind und anderen helfen, sollten sich dessen bewusst sein.    André Best

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