BUND kritisiert Baumfällarbeiten am Trainingsgelände von Arminia Bielefeld
Ärger um Rodungsaktion

Bielefeld (WB) -

Am DSC-Trainingsgelände an der Friedrich-Hagemann-Straße ist ein 40 Meter breiter, etwa 5000 Quadratmeter großer Waldstreifen gerodet worden. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) übt daran massive Kritik. Er will von der Stadt wissen, warum sie der Rodung zugestimmt hat. Der DSC Arminia müsse Auskunft darüber geben, warum die Rodung alternativlos gewesen sei, wo doch konkrete Baumaßnahmen des Clubs noch gar nicht feststünden.

Samstag, 27.02.2021, 06:29 Uhr
Nach Ansicht des BUND ist am Arminia-Trainingsgelände wertvoller Baumbestand zerstört worden.
Nach Ansicht des BUND ist am Arminia-Trainingsgelände wertvoller Baumbestand zerstört worden. Foto: Thomas F. Starke

Verbandseigene Experten hätten vor Ort die Fläche und die gefällten Bäume geprüft. Gefällt worden seien neben Birken und Pappeln auch viele Buchen und einzelne Eichen. „Viele Stämme wiesen einen Stammdurchmesser von über 50 Zentimeter auf, vom Alter her waren also auch viele 50- bis 80-jährige Bäume dabei“, heißt es in einer Erklärung des BUND.

„Nach einer Begehung durch fachkundige Vertreter der Stadt Bielefeld konnte kein erhaltenswerter Baumbestand festgestellt werden“, hatte dagegen Matthias Brakensiek vom städtischen Bauamt erklärt. Deshalb sei dem Club gestattet worden, die Rodungsarbeiten ab 8. Februar durchzuführen.

Im westlichen Rodungsbereich befänden sich feuchte Standorte, so der BUND. Diese würden als ökologisch besonders wertvoll gelten. Nach den gefällten Bäumen zu urteilen handele es sich um einen baumartenreichen Waldstreifen. Alleine schon aufgrund des stadtklimatischen Beitrags seien solche Gehölzbestände zunächst einmal immer erhaltenswert.

„Ein Sportclub wie der DSC hat eine Vorbildfunktion“

Die Rodungsarbeiten dienten vorbereitend für geplante bauliche Maßnahmen des DSC, begründete der Vertreter der Stadt das Vorgehen. Außerdem habe der Club zugesagt, „für nachhaltige Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen“ zu sorgen.

„Warum wurde nicht abgewartet, bis Baupläne so konkret vorliegen, dass zum Beispiel auch der Erhalt von Teilen des Gehölzstreifens oder einzelner Bäume geprüft werden kann?“, fragt der BUND. Dies sei in der Stadt bei jeder Bebauungsplanung Praxis. Ein Sportclub wie der DSC habe Vorbildfunktion und sollte sich auch für Natur-und Klimaschutz in der Stadt einsetzen, so die Naturschützer. Mit Spendensammlungen für Baumpflanzungen im Teutoburger Wald oder angekündigten Ausgleichsmaßnahmen könnten solche Eingriffe in ältere Baumbestände nicht wirklich ausgeglichen werden.

Der DSC Arminia plant seit längerem den Ausbau seines Trainingsgeländes. In welcher Höhe dort Investitionen vorgenommen werden könnten, hänge entscheidend auch vom Verbleib des Clubs in der Ersten Liga ab und müsse abgewartet werden, heißt es aus dem Verein.

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