Bielefelds Immobilienservicebetrieb investiert 850.000 Euro im Botanischen Garten – Fertigstellung Ende des Jahres geplant
Fachwerkkotten wird saniert

Bielefeld (WB) -

Der Botanische Garten ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in Bielefeld – und das Fachwerkhaus der Mittelpunkt der Anlage. Jetzt wird das Gebäude umfassend saniert. 850.000 Euro investiert der städtische Immobilienservicebetrieb (ISB) in die Arbeiten, die Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen.

Freitag, 05.03.2021, 05:50 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 15:22 Uhr
An dem 1823 gebauten und in den 20er Jahren in den Botanischen Garten versetzten Kotten werden auch das Fachwerk und das Dach erneuert.
An dem 1823 gebauten und in den 20er Jahren in den Botanischen Garten versetzten Kotten werden auch das Fachwerk und das Dach erneuert. Foto: Bernhard Pierel

Vorausgesetzt, es gibt keine weiteren Überraschungen. Denn das Fachwerkhaus hat sich als „Wundertüte“ erwiesen, die die Planer und Bauarbeiter bislang schon häufiger in Erstaunen versetzt hat. „Wir haben schon einiges entdeckt, mit dem wir nicht gerechnet haben“, sagt Dirk Begemann-Hertel vom ISB.

Denn das typisch westfälische Fachwerkhaus, das aus dem Jahr 1823 stammt und in den 1920er-Jahren in den Botanischen Garten versetzt wurde, sei in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder umgebaut worden. „Allein vier bis fünf unterschiedliche Sohlen haben wir unter den Bodenbelägen gefunden, von Stampflehm bis zu Ziegeln“, sagt Begemann-Hertel.

Die Innenwände werden komplett herausgerissen und die Räume neu aufgeteilt.

Die Innenwände werden komplett herausgerissen und die Räume neu aufgeteilt. Foto: Bernhard Pierel

Da keine ausführlichen Bauunterlagen für das Gebäude existieren, hat der ISB schon im vergangenen Sommer mit einer Bestandsaufnahme begonnen. Putz wurde abgeschlagen und das Fachwerk in Augenschein genommen.

Und auch dabei gab es einige „Entdeckungen“. „In den Gefachen haben wir ebenfalls ganz unterschiedliche Materialien gefunden. Vom weichgebrannten Ziegel bis hin zu Kalksandstein“, so Begemann-Hertel. Und auch die Fachwerkbalken selbst seien an manchen Stellen erneuert worden, an manchen Stellen aber auch marode. Denn der dichte Anstrich, den man in den 80er und 90er Jahren verwendet habe, habe dazu geführt, dass das Holz darunter nicht atmen konnte und faulig geworden sei.

„Komplett abgängig“, so Begemann-Hertel, seien auch die Innenwände gewesen – was wiederum auch Probleme für die Statik bedeutet habe. Andererseits gebe dies die Möglichkeit, die Raumaufteilung ganz neu zu konzipieren.

In einem ersten Arbeitsschritt wurden die Schadstoffe aus dem Haus entfernt. Aktuell werden die Fachwerkbalken dort erneuert, wo sie beschädigt sind, und die Gefache wieder gefüllt – dieses Mal komplett mit weichgebrannten Ziegeln und weichem Mörtel, erklärt Dirk Begemann-Hertel. „Das Haus steht zwar nicht unter Denkmalschutz, aber damit verwenden wir die gleiche Bauweise wie zur Entstehungszeit des Kottens.“ Ebenfalls neu gemacht wir das Dach des Fachwerkhauses.

Nicht saniert, sondern komplett abgerissen wird der aus den 1950er Jahren stammende Anbau, in dem die Sanitäranlagen für die Mitarbeiter des Umweltbetriebs sind. Dafür wird ein Neubau errichtet mit mehr Platz für die Umkleideräume und die Duschen.

Die Erweiterungsfläche wird in diesem Jahr erschlossen.

Die Erweiterungsfläche wird in diesem Jahr erschlossen. Foto: Bernhard Pierel

Das Fachwerkhaus wird auch nach dem Umbau von den Gärtnern der Umweltbetriebes, die den Botanischen Garten betreuen, als Unterkunft genutzt. Auch der Förderverein „Freunde des Botanischen Gartens Bielefeld“ wird sich nach dem Umbau weiter für vereinsinterne Sitzungen im Fachwerkhaus treffen. Pläne und Überlegungen, dort auch ein Café einzurichten, gibt es laut UWB nicht. Der Terrassenbereich am Fachwerkhaus dient seit 2010 als Treffpunkt auch für kleinere Veranstaltungen, seitdem er umgebaut und dort ein Pavillon aufgestellt wurde

Auch die Arbeiten für die Erweiterung des Botanischen Gartens gehen in diesem Jahr weiter. Dafür stehen weitere 621.000 Euro zur Verfügung für die Erschließungsarbeiten.

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