Kampagne ist in dieser Form „bundesweit einzigartig“
15.000 Impfdosen für Bethel

Bielefeld (WB/dpa) -

Behindertenwerkstätten, ein Krankenhaus, Altenhilfe, soziale Einrichtungen – der Bielefelder Stadtteil Bethel ist eine eigene Stadt in der Stadt und jetzt zu einem Großteil bereits geimpft. Am Freitag wurden in einer eigenen Impfstelle die Zahl von rund 15.000 Impfdosen seit Start im Dezember erreicht.

Freitag, 16.04.2021, 12:26 Uhr aktualisiert: 16.04.2021, 12:30 Uhr
Axel Pundmann, Beschäftigter in Bethel, bekommt im Impfzentrum in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen von Arzt Dr. Christian Beckers eine Corona-Impfung mit dem Wirkstoff vom Hersteller Moderna.
Axel Pundmann, Beschäftigter in Bethel, bekommt im Impfzentrum in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen von Arzt Dr. Christian Beckers eine Corona-Impfung mit dem Wirkstoff vom Hersteller Moderna. Foto: Friso Gentsch/dpa

Nach Angaben des Impfstellenleiters Matthias Ernst sind damit rund 10 000 Erstimpfungen und 5000 Zweitimpfungen mit seinem Team organisiert worden. „Bundesweit ist das sicherlich in dieser Form einzigartig“, sagte Ernst der Deutschen Presse-Agentur. Die Bewohner von Behinderteneinrichtungen und Altenheimen der Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel im Teutoburger Wald seien Corona-frei wie Ernst erklärte. Es gebe einen „starken Impfeffekt“, nur unter den Mitarbeitern gebe es vereinzelte Ansteckungen.

In Abstimmung mit der Stadt Bielefeld, dem kommunalen Impfzentrum und dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium habe das Team in Bethel den Auftrag für 16.000 Klienten und Mitarbeiter erhalten. Das 70-köpfige Team darunter 15 Ärzte, hat mehrere Hundert Termine pro Tag organisiert. Und das in vier Impfstraßen und mit bis zu drei mobilen Teams.

Blick in einen Raum des Impfzentrums in der sozialen Einrichtung Bethel. In Bethel wird die 15.000. Impfdose gegen den Coronavirus verspritzt.

Blick in einen Raum des Impfzentrums in der sozialen Einrichtung Bethel. In Bethel wird die 15.000. Impfdose gegen den Coronavirus verspritzt. Foto: Friso Gentsch

Die Impfbereitschaft sei sehr hoch, erklärte Ernst, der am Evangelischen Klinikum Bethel arbeitet. In der Eingliederungshilfe für Menschen mit einer Behinderung lag der Wert bei 90 Prozent. Und das bei einem großen organisatorischen Aufwand. Denn neben der Aufklärung müssen auch die Angehörigen und in vielen Fällen auch die gesetzlichen Betreuer bei der Impfung mit einbezogen werden. „Hochkomplex“, wie der Mediziner sagt.

Ernst berichtet aber auch von Frust. Die Verzögerungen bei der Impfstofflieferung seien belastend gewesen. „Im Dezember war es so: Die Tankstelle war aufgebaut und das Benzin kam nicht“, zieht der Leiter einen Vergleich. Immer wieder habe das Team neu mit Unsicherheiten planen müssen. Termine wurden abgesagt und neu vergeben. Projektmanagerin Laura Moreno berichtete von schlaflosen Nächten und harten Wochenende. „Am Ende haben wir aber so wahnsinnig viel Dankbarkeit von den Geimpften erfahren“, sagt Moreno. Das habe entschädigt.

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