Historiker Malte Thießen spricht in der Stadtbibliothek Bielefeld über die Geschichte der Corona-Pandemie
„Seuchen sind die sozialsten aller Krankheiten“

Bielefeld -

15 Monate Covid-19: Der Historiker Malte Thießen hat sich Gedanken über eine Geschichte der Coronapandemie gemacht und in der Stadtbibliothek erste Einblicke in seine Forschung gegeben. Dabei erklärte er, was ihm als Medizinhistoriker im vergangenen Jahr besonders aufgefallen, was altbekannt und was neu war – und warum man es sich mit der Deutung der Corona-Proteste nicht zu leicht machen sollte. Von Philipp Körtgen
Mittwoch, 05.05.2021, 02:35 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 05.05.2021, 02:35 Uhr
Historiker Malte Thießen hat sich Gedanken über die Geschichte der Coronapandemie gemacht.
Historiker Malte Thießen hat sich Gedanken über die Geschichte der Coronapandemie gemacht. Foto: Klaus Hansen
Am Anfang der Pandemie, erinnert Thießen, habe in Europa noch ein erstaunlicher Pragmatismus vorgeherrscht. Erste Nachrichten und Bilder aus China konnten im Januar kaum Bedrohungswahrnehmungen wecken. „Warum war das so?“ Thießen glaubt, das lag zum einen daran, dass die Pandemie den „Anderen“ im Fernen Osten zugeschrieben wurde. „Im Millionenmoloch Wuhan“, so die unterschwellige Botschaft, „musste so etwas ja irgendwann einmal passieren. Aber hier in Europa gäbe es so etwas ja nicht.“ Zum anderen glaubt er, habe es auch einen Glauben an Immunität gegeben, der mit der Erfolgsgeschichte des Impfens in Europa zu tun hatte. Mit der Ausrottung der meisten Volkskrankheiten seit den 60er Jahren sei hierzulande die Seuchengefahr aus den Köpfen der Menschen verschwunden.
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