Wolfgang Weigel setzt als SPD-Landratskandidat auf Kontinuität
„Ich will die erfolgreiche Arbeit von Manfred Müller fortsetzen“

Paderborn (WB). Aktuell ist er Stellvertreter von Landrat Manfred Müller. Dessen „erfolgreiche Arbeit“ will er nahtlos fortsetzen. Genau das sei bei der Bewältigung der Corona-Krise entscheidend. „Ich kenne die Strukturen.“ Und das sei ein entscheidender Vorteil. Bei den Kommunalwahlen im Herbst schickt die Kreis-SPD Wolfgang Weigel (69) in das Rennen um das Landratsamt, dem offiziell noch die Mitgliederversammlung am 23. Mai in der Schützenhalle Hövelhof noch zustimmen muss.

Mittwoch, 13.05.2020, 06:13 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 06:30 Uhr
Nach 2014 kandidiert Wolfgang Weigel (SPD) zum zweiten Mal für das Landratsamt. Er wird bei der Wahl im Herbst voraussichtlich gegen Christoph Rüther (CDU) antreten. Foto: Jörn Hannemann
Nach 2014 kandidiert Wolfgang Weigel (SPD) zum zweiten Mal für das Landratsamt. Er wird bei der Wahl im Herbst voraussichtlich gegen Christoph Rüther (CDU) antreten. Foto: Jörn Hannemann

„Der Rückzug von Manfred Müller ist bedauerlich. Mit seiner menschlichen Qualität ist er ein hervorragender Leiter der Kreisverwaltung.“ Er habe schon einmal einen Wahlkampf gegen ihn geführt. „Und ich muss sagen, mir fiel kaum etwas ein, was ich gegen ihn ins Feld führen konnte.“ Manfred Müllers Vorgänger habe einen anderen Führungsstil gehabt „und von diesem hat er sich wohltuend abgesetzt“. Das merke man der Kreisverwaltung heute an: Sie sei „ein Fundus von Mitarbeitern, die hochmotiviert und kompetent sind“.

Corona stellt den Kreis vor eine große Herausforderung

Warum er ins Rennen einsteigt? „Ich kenne den Betrieb im Kreishaus, kenne die Strukturen der Verwaltung“. Doch die Corona-Krise stelle den Kreis vor eine große Herausforderung: „Wir müssen befürchten, dass es soziale und wirtschaftliche Verwerfungen gibt.“ In dieser neuen Situation sei es wichtig, in der Kontinuität und der zielführenden Arbeit eines Manfred Müllers weiterzumachen. Er sei „hochmotiviert“, dem nachzufolgen.

Zur Person

Wolfgang Weigel (69), geboren in Letmathe, ist seit elf Jahren stellvertretender Landrat im Kreis Paderborn. Nach dem Studium in Brüssel und Bonn praktiziert der Rechtsanwalt und Notar in Paderborn. Seit 1991 ist er in der SPD aktiv. Er ist Mitbegründer der Deutsch-Türkischen Gesellschaft Paderborn und im Verwaltungsrat der Diakonie tätig. Zu seinen Hobbys zählen Reisen und Wandern. Weigel ist verheiratet mit der Versicherungskauffrau Dietlind und wohnt im Riemekeviertel. Gemeinsam haben sie drei Pflegekinder groß gezogen. „Ich bin nicht katholisch, was für Paderborn vielleicht untypisch ist, war aber acht Jahre Oberst in Dahl“, sagt Weigel.

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Ob es für seinen Konkurrenten Christoph Rüther, Landratskandidat der CDU, ein Vorteil sei, als Bürgermeister von Bad Wünnenberg vielleicht etwas bekannter zu sein? „Auf die Bekanntheit kommt es nicht an, sondern auf die Qualitäten an, die jemand mitbringt. Ich kenne Herrn Rüther zu wenig, um das zu kommentieren. Ich kann einen organisierten Kopf anbieten, Entscheidungen treffen, im Team arbeiten und ich respektiere die Kompetenz und die Selbstständigkeit der Mitarbeiter in der Kreisverwaltung.“

Digitalisierung der Schulen

Der Kindesschutz liegt ihm besonders am Herzen. Der Kreis müsse sich noch mehr darum kümmern, wie sich die Krise auf die Familien ausgewirkt hat, insbesondere auf einkommensschwächere Familien. „Wir werden auch die Digitalisierung der Schulen stärker in den Blick nehmen müssen.“ Dort gebe es auch noch Defizite. „Die einzelnen Städte und Gemeinden sowie der Kreis selbst werden unter den Mindereinnahmen durch Corona leiden. Das wird sicherlich dazu führen, dass Konkurrenzen aufkommen, dass versucht wird, Interessensgebiete gegeneinander auszuspielen. Hier ist wichtig, durch eine gezielte Wirtschaftsförderung Impulse zu schaffen.“ Er wolle helfen, der Wirtschaft wieder auf die Beine zu kommen, „aber mit einem umwelt- und klimaschutzpolitischen Aspekt“. Es gehe darum, Anreize zu schaffen, sich nachhaltig für die Zukunft einzurichten, auch mit Blick auf die Arbeitsplätze.

Er wolle „das Ohr nah am Menschen haben“. „Kleinunternehmer, Künstler, Solo-Selbstständige: Wir dürfen nicht nur die Lauten bedienen, sondern auch die etwas Leiseren.“ „Kaufe lokal“ sei eine wichtige Initiative. In Waldgebieten sollten zumindest temporär Windkraftanlagen zugelassen werden, um Forstwirten aufgrund der wegbrechenden Holzwirtschaft eine gewisse Kompensation zu bieten. Weiterer Punkt in seinem Programm wäre die Weltoffenheit des Kreises zu erhalten. Der Kreis müsse Präventionsmaßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus weiter unterstützen. Er selbst habe zusammen mit Manfred Müller 2008 die Deutsch-Türkische Gesellschaft in Paderborn mitbegründet.

Die Betriebskosten für Flughafen sollen verringert werden

„Der Flughafen muss nach der Krise wieder zum Leben erweckt werden. Er kann ja nicht nur Autokino sein.“ Nötig sei ein neues Finanzierungskonzept und ein bundesweites Luftverkehrskonzept. Der Airport sei wichtiger Teil der Infrastruktur in OWL, Standortfaktor für die Region und habe viele Arbeitsplätze im Umfeld geschaffen. Wolfgang Weigel fordert jedoch eine andere Form des Betriebes. Die angenommenen Passagierzahlen von knapp einer Million müssten jedoch der Lage angepasst werden. „Wir müssen uns auf einen reduzierten Betrieb einstellen, so dass sich die Betriebskosten auch verringern.“

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