Flauschiger Nachwuchs im Forsthaus Gellinghausen: Steinkauz-Quintett wird beringt – mti Video
Fünf kauzige Gesellen auf einen Streich

Borchen (WB). Flauschig, winzig und mit ihren großen, runden Glubschaugen ganz schön knuffig anzusehen: Fünf kleine Steinkäuze sind vor 20 Tagen im Forsthaus Gellinghausen in Borchen geschlüpft. Am Dienstag wurde das Steinkauz-Quintett von Carsten Breder vom Landesbetrieb Wald und Holz und Falkner Wilfried Limpinsel, Leiter der Vogelauffangstation Essenthoer Mühle in Marsberg, für die Vogelwarte Helgoland offiziell beringt.

Mittwoch, 17.06.2020, 11:16 Uhr aktualisiert: 17.06.2020, 13:46 Uhr
Noch guckt er etwas verschreckt, als Förster Carsten Breder die Steinkäuze für die Beringung vom Nistplatz im Korb herunter trägt. Insgesamt fünf kleine Eulenküken erblickten in Gellinghausen das Licht der Welt. Foto: Jörn Hannemann
Noch guckt er etwas verschreckt, als Förster Carsten Breder die Steinkäuze für die Beringung vom Nistplatz im Korb herunter trägt. Insgesamt fünf kleine Eulenküken erblickten in Gellinghausen das Licht der Welt. Foto: Jörn Hannemann

30 Jahre ist es mittlerweile her, als an dem Forsthaus in Gellinghausen ein Brutkasten für Schleiereulen im Giebel an einer alten Scheune auf dem Gelände montiert wurde. „Dieser ist fast jedes Jahr angenommen, also bebrütet, worden, interessanterweise nicht nur von Schleiereulen, sondern auch von Steinkäuzen und Turmfalken“, sagt Carsten Breder.

Flauschiger Nachwuchs in Gellinghausen: Fünf kleine Steinkauzküken geschlüpft und beringt

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„Vor 50 Tagen wurde hier das erste Ei gelegt“, erinnert sich Breder. „Ich hatte jeden zweiten Tag über eine Leiter vorsichtig nachgeschaut, ob sich hier etwas tut“, erinnert sich der Leiter des Forsthauses. Insgesamt 30 Tage wurde gebrütet. Jetzt freut er sich, dass die Eulenkinder putzmunter sind und einen guten Eindruck machen.

Drei bis maximal sieben Eier legt der Steinkauz im Durchschnitt. „Fünf auf einen Streich ist also sehr gut. Vor zwei Jahren hatten wir hier vier Jungtiere“, so Breder. Das spreche auch für ein gutes Nahrungsangebot und eine gute Mäusepopulation, ergänzt Limpinsel.

Steinkäuze zählen zu den gefährdeten Tierarten und seien selten, besonders im südlichen Teil von Paderborn, weiß Wilfried Limpinsel. Steinkäuze leben nicht im Wald, und brauchen kurzes Gras, um auf die Jagd von Mäusen zu gehen. Sie brüten gerne in Astlöchern von Obstbäumen und Kopfweiden, aber auch – wie es der Name andeutet – in Mauernischen.

„Rund um das Forsthaus gibt es mehrere Streuobstwiesen. Ideale Bedingungen also für die Jungtiere, wenn sie ihr Nest nach etwa 35 Tag verlassen“, so Breder. Es gebe hier auch noch ein weiteres Steinkauz-Paar in der Umgebung. Wegen der niedrigen Flughöhe seien Windräder für die Steinkäuze bisher keine Gefahr, sagt Limpinsel, der in seiner Auffangstation für Greifvögel und Eulen, die Essen­thoer Mühle in Marsberg-Essen­tho, derzeit fünf Steinkäuze aufpäppelt, um sie danach wieder in der Natur freizulassen.

Ob es an den großen Augen, der nächtlichen Lebensweise oder der Fähigkeit liegt, den Kopf weit herum zu drehen – auf jeden Fall ist die Eule symbolträchtig. Oft wird sie mit positiven Eigenschaften wie Weisheit besetzt, betont Limpinsel. Der Steinkauz war zum Beispiel für die alten Griechen heiliger Begleiter von Athene, der Göttin der Weisheit. Das kommt auch im wissenschaftlichen Namen „Athena noctua“ zum Ausdruck. „Viele kennen bestimmt den daraus entstandenen Spruch Eulen nach Athen tragen, heute würden wir vielleicht spöttisch sagen, Bier nach München bringen“, schmunzelt Limpinsel, der auch noch eine weitere Anekdote um die Eulen hat.

So haben wohl viele Menschen ein Bild vom Steinkauz dabei ohne es zu wissen. Denn auf der Rückseite der griechischen Ein-Euro-Münze sei bis heute ein Kauz abgebildet.

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