Arminia verliert 1:4 gegen den Rekordmeister
Bayern zu stark, aber Doan krönt seine Topleistung

Bielefeld (WB). Ihrem bestens aufgelegten Torwart Stefan Ortega Moreno und dem furchtlosen Ritsu Doan haben es die Bielefelder Arminen zu verdanken, dass die Niederlage gegen Triple-Sieger Bayern München milde ausfiel. Im Samstagabendspiel der Fußball-Bundesliga unterlagen die Ostwestfalen dem Rekordmeister mit 1:4 (0:3). Doan gelang der Ehrentreffer.

Samstag, 17.10.2020, 20:22 Uhr aktualisiert: 18.10.2020, 12:32 Uhr
Robert Lewandowski trifft zum 3:0 für den FC Bayern. Foto: Thomas F. Starke
Robert Lewandowski trifft zum 3:0 für den FC Bayern. Foto: Thomas F. Starke

Arminia-Trainer Uwe Neuhaus nahm gegen die Übermacht aus München gegenüber der jüngsten 0:1-Niederlage zwei Wochen zuvor in Bremen drei personelle Veränderungen vor. Cedric Brunner (Pferdekuss), Sergio Cordova (Bank) und Benins Nationalspieler Cebio Soukou (mit einer Zerrung von der Länderspielpause zurückgekehrt) machten für Nathan de Medina, Fabian Kunze und Christian Gebauer Platz.

Bei den Bayern, die noch am Donnerstagabend im DFB-Pokal gefordert waren (3:0 gegen den Fünftligisten Düren), standen gleich neun Neue in der Anfangsformation. Nur Weltmeister Thomas Müller und Abwehrmann Niklas Süle begannen erneut, ansonsten setzte Trainer Hansi Flick auf der Alm die große Rotationsmaschine in Gang.

 

04. Spieltag: DSC Arminia vs. FC Bayern München (4:1)

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“Es ist schade für die Jungs, die letztes Jahr Großes geleistet haben, um genau diese Spiele zu erleben”, sagte DSC-Sportchef Samir Arabi mit Blick auf die leeren Ränge in der Schüco-Arena. Coronabedingt waren zu der Partie keine Zuschauer zugelassen. „Ich erwarte ein sehr spannendes Spiel”, hatte Flick vor der Partie geäußert. Doch da irrte der 55-Jährige. Die Münchner nahmen sofort das Heft in die Hand und gingen früh in Führung (Müller, 8. Minute). Die Arminen liefen in den ersten 25 Minuten nur hinterher. Erst dann legte der Gastgeber seinen Respekt ein wenig ab und tastete sich nach vorne. Beteiligt war selbstverständlich der starke Ritsu Doan. Der Japaner agierte neben Klos als einziger Armine ohne jeden Respekt vor den Bayern-Stars, suchte immer wieder auch die Eins-gegen-eins-Situationen, um die die meisten seiner Mitspieler einen Bogen machten.

Doch kaum dass sich die Ostwestfalen in der Partie angemeldet hatten, schlugen die Bayern wieder zu. Robert Lewandowski traf mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze zur frühen Entscheidung (25.). Bielefeld hatte es dem glänzend aufgelegten Ortega Moreno zu verdanken, dass die Gäste nicht noch häufiger jubeln durften. Erst klärte der Keeper glänzend gegen Müller (15.), dann zeigte er einen Riesenreflex bei einem Lewandowski-Kopfball (29.).

Lewandowski stellt noch vor der Pause auf 0:3

Aber auch sein Gegenüber Manuel Neuer konnte sich wenigstens einmal auszeichnen. Nach einem langen Ball von Ortega Moreno auf Klos parierte der Nationalkeeper den Schuss des Arminia-Kapitäns (31.). Die beiden folgenden Distanzversuche von Doan waren für Neuer vergleichsweise leichte Beute. Unmittelbar vor der Pause legten die Gäste dann noch einmal nach. Wieder war es Lewandowski, dessen leicht abgefälschter Schuss unhaltbar für Ortega Moreno ins Tor trudelte (45.+1).

Gebauer hatte zwei Minuten nach Wiederbeginn die Chance zu verkürzen, doch wieder war Neuer zur Stelle. Auf der anderen Seite traf zunächst Lewandowski nur die Latte (49.), ehe Müller zwei Minuten später auf 4:0 für die Münchener erhöhte. Dann war es Zeit für das Ehrentor: Nach einem Konter bediente Klos den nimmermüden Doan. Der Japaner machte einen Übersteiger und tunnelte Benjamin Pavard, sodass sein Schuss den Weg ins lange Eck fand (59.).

Flick nutzte den deutlichen Vorsprung, um bereits den bevorstehenden Champions-League-Auftakt am Mittwoch daheim gegen Atletico Madrid vorzubereiten. Der Trainer holte in Leon Goretzka und Serge Gnabry zwei Stammkräfte vom Feld und brachte Javi Martinez und Rückkehrer Douglas Costa in die Partie. Die Bayern schalteten in den Schongang, was Doan beinahe zu seinem zweiten Treffer genutzt hätte. Der Schuss des Leihspielers vom niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven strich knapp über das Gehäuse (70.).

Dass die Bayern nicht mehr voll bei der Sache waren, wurde in der 76. Minute mehr als deutlich. Martinez brachte mit einem ebenso langen wie unpräzisen Rückpass Mitspieler Corentin Tolisso in Bedrängnis. Der Franzose konnte den durchbrechenden Klos nur mit einem Foul stoppen – Platzverweis. Den fälligen Freistoß hätte ein gewisser Jonas Kamper womöglich mit aller Wucht zum 2:4 genutzt, Marcel Hartel traf mit seinem Schlenzer indes nur den Kopf des in der Mauer postierten Martinez. So blieb es beim 1:4.

Für die Arminen geht es am Sonntag in einer Woche mit der Punktpartie beim VfL Wolfsburg weiter, die Bayern empfangen tags zuvor Eintracht Frankfurt.

Statistik

Bielefeld: Ortega Moreno - de Medina (83. Behrendt), Pieper, van der Hoorn, Lucoqui - Kunze (69. Yabo), Prietl - Hartel (90. Edmundsson) - Doan (90. Seufert), Klos, Gebauer (69. Schipplock)

München: Neuer - Pavard, Süle, Alaba, Hernandez (90. Davies) - Goretzka (65. Martinez), Tolisso - Gnabry (65. Costa), Müller, Coman (86. Musiala) - Lewandowski (86. Choupo-Moting)

Schiedsrichter: Siebert (Berlin)

Tore: 0:1 Müller (8.), 0:2 Lewandowski (25.), 0:3 Lewandowski (45.+1), 0:4 Müller (51.), 1:4 Doan (58.)

Gelbe Karten: de Medina (2) / -

Rote Karten: - / Tolisso (76./Notbremse)

Kommentare

Pippo  wrote: 18.10.2020 12:33
Stiefel durchgezogen
Arminia hat das gespielt was uns ausmacht. Der Bayer Müller war heute unbesiegbar. Was Gedankenschnelligkeit und Durchschlagskraft betrifft, ist er ein absoluter Ausnahmespieler.
Bei Arminia haben alle alles Versucht. Mir hat in der 1.HZ unser Lucoqui mit ersatzweise eingesetzten Gebauer nicht so gut gefallen. Gebauer setzt nur auf Schnelligkeit. Lucoqui war zunächst übermotiviert und meinte mit seinen Offensivläufen die Bayern im Alleingang besiegen zu wollen. Entsprechend ergaben sich dort Überzahlsituationen für den Gegner. In der 2. HZ hat Lucoqui es dann viel ruhiger und besser abgearbeitet. Ein junger Kerl halt. Aber was macht denn die eigentliche Erstbesetzung auf dieser Position?
Ulrich B.  wrote: 18.10.2020 08:43
Nicht so schlimm
Ich finde, dass Arminia kein schlechtes Spiel gemacht hat. Meine Erwartung war, dass sie sich nicht acht Gegentreffer einfangen und sich so das Torverhältnis ruinieren. Das ist gelungen. Die Bundesliga besteht nicht nur aus Teams wie Bayern München. Die Arminen werden ihre Punkte noch holen. Auch Union Berlin hat eine gewisse Zeit gebraucht, sich an das Tempo der 1. Liga zu gewöhnen und den Respekt abzulegen. Es immer gut, bundesligaerfahrene Spieler im Kader zu haben. Sollte Arminia die Klasse halten, wird man da den Hebl ansetzen müssen. Vieleicht schon in der nächsten Transferperiode im Winter. Da werden genug unzufriedene Spieler mit wenigen Einsätzen auf dem Markt sein. Ich glaube, dass Herr Araba genau darauf setzt.
Ein Lob an Lucoqui . Er hat eine Sache auf der linken Seite gut gemacht. Das trifft auch auf De Medina zu. Über Doan muss man nicht reden. Ein wichtiger Transfer.
2 Kommentare
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