Mo., 15.01.2018

Polizei findet keinen Täter an der Gesamtschule Borgholzhausen. Dort herrscht zweieinhalb Stunden lang Ausnahmezustand. Großeinsatz nach Amokalarm

Ein Großaufgebot an Polizei und Spezialeinsatzkräften sichert die Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule in Borgholzhausen ab.

Ein Großaufgebot an Polizei und Spezialeinsatzkräften sichert die Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule in Borgholzhausen ab. Foto: Burkhard Hoeltzenbein

Von Burkhard Hoeltzenbein

Borgholzhausen (WB). Es war nur ein Fehlalarm. An der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule in Borgholzhausen ist am Montag um 14.50 Uhr ein Amok-Alarm ausgelöst worden. Polizei und SEK durchsuchten daraufhin mit einem Großaufgebot das Gebäude.

Wie der Alarm ausgelöst wurde, stand nach Angaben von Polizeisprecherin Katharina Felsch gestern Abend noch nicht fest. Bei diesem werden in allen Klassenräumen Schüler und Lehrer über eine sich wiederholende Lautsprecherdurchsage vom Band aufgefordert, sich einzuschließen, dort zu verharren und Ruhe zu bewahren.

An den Zugängen waren Beamte mit Maschinenpistolen postiert

Eine Schulsekretärin rief die Polizei. Diese setzte eine gewaltige Maschinerie in Gang. Etwa 20 Streifenwagen der Kreispolizei sowie weitere Zivilfahrzeuge der Bielefelder Spezialeinsatzkräfte standen am Busparkplatz. An den Zugängen des Komplexes waren Beamte mit Maschinenpistolen postiert. Rund 200 Kinder und Jugendliche saßen etwa eineinhalb Stunden mit ihren Lehrern in Klassen, Sporthalle und AG-Räumen fest, während die schwer bewaffneten Einsatzkräfte Raum um Raum auf der Suche nach möglichen Tätern durchkämmten. Hinweise auf einen Amoklauf erhärteten sich dabei nicht.

»Es gab keine Anzeichen von Panik. Die Kinder und Lehrkräfte haben sehr besonnen gehandelt und in der Situation sehr gut reagiert«, lobte Felsch. Wie Johannes Gerhards, der mit seiner Rollhockey-AG mit 22 Kindern in der Sporthalle trainierte. »Ich habe die Kinder beruhigt und dann weiter spielen lassen, um sie abzulenken«, erklärte der Übungsleiter.

Zwei Beamte der Kreispolizeibehörde stürmen in die Halle

Bis zwei Beamte der Kreispolizeibehörde in die Halle gestürmt seien. Mit dem lockeren Spruch »Stellt Euch an die Wand, sonst werdet ihr erschossen«, hatten die Beamten gleich die ganze Aufmerksamkeit der Kinder. »Das war gar nicht schlimm«, sagte die 13-jährige Julia, die mit ihrer elfjährigen Freundin Johanna regelmäßig zum Rollhockey geht und froh war, als die Retter eintrafen.

Auch Julias Mutter Marion Doppleb, die zur rundum abgeriegelten Gesamtschule geeilt war, lobte das Vorgehen der Beamten. »Es war gut, dass die Kinder in der Situation eine klare Ansage bekamen, sonst rennen sie doch noch unkontrolliert nach draußen.« Die Borgholzhausenerin, selbst Erzieherin, unterstrich das besonnene Vorgehen der Polizei. Dank des funktionierenden Krisenmanagements sei sie selbst ruhig geblieben. »Die Polizisten waren jederzeit ansprechbar, haben so weit sie konnten Auskunft über die Lage gegeben und waren hilfsbereit«, sagte sie.

Viele Eltern warten vor der Schule auf ihre Zöglinge.

Es dauerte noch etwa eine Stunde, bis die Kinder die Sporthalle endlich verlassen durften. Währenddessen warteten bereits viele Eltern vor der Schule auf ihre Zöglinge. Nach und nach geleiteten SEK-Beamte sämtliche Schüler aus dem Gebäudekomplex ins Freie. In bereitgestellten Bussen wurden sie vor dem Regen geschützt. Anhand von Anwesenheitslisten klärte die Polizei, ob alle Schüler da seien.

Die benachrichtigten Eltern konnten ihren Nachwuchs am frühen Abend abholen, nachdem feststand, dass niemand fehlte. Gegen 17.30 war das Schulgebäude wieder freigegeben.

»Wir haben alle verfügbaren Kräfte zusammengezogen«, erklärte Katharina Felsch, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Es hätten sich keine Hinweise auf eine Echttat ergeben. Die Ermittlungen zur Ursache des Alarms dauern an.

 

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