Mi., 17.04.2019

Opus Arte kredenzt in Borgholzhausen beschwingte Melodien und opulente Kostüme Stehende Ovationen in der Bushalle

Applaus von den Kuchentheke. Diese Damen gehören zur neuen Opus Arte Theatergruppe, die derzeit ihr Projekt »Endstation Lerchenhügel« vorbereite. Von links Antje Beckmann, Monika Bodmann, Ingrid Westmeier und Gaby Sczensny

Applaus von den Kuchentheke. Diese Damen gehören zur neuen Opus Arte Theatergruppe, die derzeit ihr Projekt »Endstation Lerchenhügel« vorbereite. Von links Antje Beckmann, Monika Bodmann, Ingrid Westmeier und Gaby Sczensny Foto: Johannes Gerhards

Borgholzhausen (WB/jog). Wenn es nach Reiner Beinghaus geht, kann der Frühling jetzt kommen. Das Ensemble »Opus Arte Opera« rollte ihm jedenfalls in der Bushalle von Leeker-Touristik den roten Teppich aus und präsentierte einen bunten Strauß aus Schlager-Evergreens, Musical-Highlights und beliebten Melodien aus Oper und Operette.

Bereits zum siebten Mal gastieren die acht Damen und fünf Herren an dem ungewöhnlichen Veranstaltungsort und verwöhnen die rund 150 Besucher mit klassischem Hörgenuss. Es gehört zum Prinzip, auch Menschen einen Eindruck von Oper zu vermitteln, die selten die Gelegenheit haben, ein Konzerthaus zu besuchen.

Mit Gerhard Wendland in den Morgen getanzt

Eröffnet wird der bunte Nachmittag mit dem Titel gebenden Schlager »Zwei Herzen im Dreivierteltakt«. Anfangs sind die Darsteller ausnahmslos in schlichtes Schwarz gekleidet. Die Herren treten in Frack und mit Zylinder auf und fordern mit Gerhard Wendland zum Tanz bis in den Morgen auf. Manuela Heinrich, Horst Dieter Schumacher und Manuela Brenker Scholz meistern ihre jeweiligen Soloeinlagen mit Bravour. Im Anschluss zählen die Herren frei nach Peter Alexander täglich ihre Sorgen, während die Damen lieber zum Klang der Hawaiigitarre Caterina Valentes »Traumboot der Liebe« besteigen.

Vom Technikpult aus dirigiert Reiner Beinghaus und unterstützt seine Sänger mit leidenschaftlichen Gesten, bevor er sich bei »O Sole mio« erstmals selber unter die Akteure mischt und wegen einer Erkältung zunächst etwas zurückhaltender als gewohnt seine Stimme ertönen lässt. Zaghaft singen einige Gäste im Geiste mit und folgen dem Text mit behutsamen Lippenbewegungen. Besonderer Applaus kommt vom Kuchenbüfett, wo ein Damenquartett der neuen Opus Arte Theatergruppe Sahneschnittchen und Kaffee ausgibt.

Bemerkenswerte Stimme in allen möglichen Tonlagen

»Endstation Lerchenhügel« heißt ihr neues Projekt, das im Spätherbst uraufgeführt werden soll, wie Reiner Beinghaus in der Pause bekannt gibt. Unterdessen haben sich die Sängerinnen und Sänger prächtig ausstaffiert und erscheinen in opulenter Garderobe zum eher feierlichen Teil des Frühlingskonzertes. Viel Verdi, dazu Mozart und Jacques Offenbach wird stimmgewaltig dargeboten, auch Reiner Beinghaus zieht jetzt alle Register seiner bemerkenswerten Stimme in allen möglichen Tonlagen.

Stehende Ovationen sind der Lohn, erst nach drei Zugaben – darunter der berühmte Gefangenenchor aus Verdis Oper »Nabucco« – ist das Finale furioso erreicht. Reiner Beinghaus lässt es sich nicht nehmen, sich beim Gang durch die Tischreihen von zahlreichen Besuchern persönlich per Handschlag zu verabschieden. Bemerkungen wie »Es war wieder einmal toll« und »Wir kommen bestimmt im nächsten Jahr wieder« sind nicht nur einmal zu hören. Nur eine Dame hat doch etwas zu bemängeln: »Mit längeren Haaren hat er mir besser gefallen«, lautet ihr Kommentar zur aktuellen Frisur vom Maestro.

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