Mi., 09.10.2019

Frau soll sich in einem Zustand der Schuldunfähigkeit befunden haben Getötete Seniorin: Tatverdächtige muss in Psychiatrie

Eine Vase steht vor der Tür eines Hauses, in dem Evelyn W. getötet wurde.

Eine Vase steht vor der Tür eines Hauses, in dem Evelyn W. getötet wurde. Foto: Jan Gruhn

Von Florian Weyand

Borgholzhausen (WB). Der Mord an Evelyn W. an Pfingsten dieses Jahres hat die Stadt Borgholzhausen erschüttert. Eine Tatverdächtige, die seit dem 19. Juni in Untersuchungshaft sitzt , ist jetzt in einer Psychiatrie untergebracht worden. Das hat Veit Walter von der Bielefelder Staatsanwaltschaft am Mittwoch dieser Zeitung bestätigt.

Eine Sachverständige habe die Frau begutachtet und festgestellt, dass sich die Tatverdächtige – sollte sie Evelyn W. getötet haben – in einem Zustand der Schuldunfähigkeit befunden habe. Gestanden habe die Frau, die in dem Mehrparteienhaus neben dem Opfer gewohnt und auch Polizei und Rettungswagen angerufen hatte, die Tat aber nicht.

In Widersprüche verstrickt

Festgenommen wurde sie, nachdem sie sich bei einer Vernehmung in Widersprüche verstrickte. Im Rahmen einer Nachbarschafts- und Zeugenbefragungen hatte sich der Verdacht gegen die 53-Jährige erhärtet. Begleitet von mehreren Polizeibeamten wurde sie in Handschellen aus der Wohnung abgeführt.

Die 86 Jahre alte Rentnerin Evelyn W. wurde am 8. Juni tot in ihrer Wohnung aufgefunden . Die Leiche wies zahlreiche Stichverletzungen auf. Die Tatwaffe hat die Polizei bisher aber noch nicht gefunden. »Wir gehen aber davon aus, dass die Frau mit einem Messer getötet wurde«, sagt Veit Walter. Auch ein Motiv könne die Staatsanwaltschaft nicht vorlegen.

Nicht am Tag des Fundes gestorben

Ermittelt sei dagegen, dass das Opfer nicht am Tag des Fundes gestorben sei. »Wir gehen davon aus, dass sie schon einen Tag vorher tot war«, sagt Walter. Bei der Beerdigung der Borgholzhausenerin war der 7. Juni als Todestag angegeben worden.

Wegen der Schuldunfähigkeit der Verdächtigen wird die Staatsanwaltschaft keine Anklage erheben, sondern stattdessen noch im Oktober eine so genannte Antragsschrift an das Gericht schicken. Sie hat zum Ziel, dass die Frau – sollte sich ihre Täterschaft im Prozess bestätigen – vom Gericht in eine geschlossene Klinik eingewiesen wird.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6990248?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516074%2F