Fr., 18.10.2019

Kulturverein Borgholzhausen zeigt die Ausstellung »beiderseits« von Saskia Averdiek Botschaften aus dem Unterbewusstsein

Saskia Averdiek mit einem ihrer Doppelbilder, die im Borgholzhausener Rathaus zu sehen sind.

Saskia Averdiek mit einem ihrer Doppelbilder, die im Borgholzhausener Rathaus zu sehen sind. Foto: Johannes Gerhards

Von Johannes Gerhards

Borgholzhausen (WB). »Doppelbilder, die eine Einheit bilden« nennt Beate Freier-Bongaertz die in experimenteller Maltechnik entstandenen Werke von Saskia Averdiek.

Die Künstlerin vertraue ihrer Intuition und lasse Schwächen zu, sagt die Laudatorin im Rathaus in Borgholzhausen und prophezeit ihr viele erfolgreiche Ausstellungen. Mehr als 30 Gäste sind erschienen, darunter nahezu die gesamte kreative Familie der 38-Jährigen.

Sohn Yannick schreitet im Zeitlupentempo durchs Foyer – versunken in die transportable Stille, die aus zwei Kunststoffbehältern über Kopfhörer zu seinen Ohren geleitet wird. Partner Marc Plitzner und Sängerin Nadine Langenbach (Duo »Rewind«) liefern mit Acoustik-Rock die Begleitmusik zur ungewöhnlichen Ausstellung.

Piepenbrock-Kunstförderpreis erhalten

Unlängst hat Saskia Averdiek den Piepenbrock-Kunstförderpreis erhalten, einige der prämierten Werke hängen jetzt unter dem Titel »beiderseits« noch bis zum 28. November an den unverputzten Rathauswänden. Ein in Endlosschleife durchlaufendes Video gibt Auskunft über ihre beidhändige Maltechnik. »Ich konzentriere mich auf meine schwächere linke Hand und lasse rechts nur mitlaufen«, so beschreibt Künstlerin aus Bissendorf.

Auf der Suche nach dem direkten bildnerischen Prozess und der wahren Malerei hat sie in den letzten drei Jahren ihr Prinzip ausgebaut. Was als Zeichnung begann hat sich zur Farbfeldmalerei auf großformatigen Kachelbildern entwickelt. »Jedes Quadrat ist separat entstanden«, berichtet Saskia Averdiek, denn die begrenzte Spannweite ihrer Arme lasse eben nur bestimmte Formate zu. Während sie versucht, das linke Bild in Farbe und Form möglichst nahe am Original nachzuempfinden, fehlt rechts die Kontrolle. »Das Motiv verliert vollkommen seine Gegenständlichkeit, die Linien werden zu eigenständiger Kunst, die dennoch ohne das linke Pendant nicht zu verstehen ist«, sagt Beate Freier-Bongaertz.

Ausloten zwischen Kontrolle und Zufall

Das realistische Abbild links und die scheinbar explodierende Form auf der rechten Seite motivieren den Betrachter zudem, einen neuen Blick auf das Original zu werfen. Beim Ausloten zwischen Kontrolle und Zufall lässt sich Averdiek gerne vom Ergebnis überraschen und zu Neuem inspirieren. »Wenn ich auch nur einmal kurz auf die rechte Seite schaue, würde ich das ganze Bild zerstören«, so erklärt es die Malerin den interessierten Ausstellungsbesuchern. An den rund 20 Doppelbildern lässt sich die beidhändige experimentelle Maltechnik nachvollziehen, vor allem wenn man die eindrucksvolle Videodemonstration berücksichtigt.

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