Di., 22.10.2019

Marc und Loreen präsentieren den Borgholzhausener Schlagerherbst mit vielen Gänsehautmomenten Mit Herzlichkeit von Pium nach Hawaii

Marc und Loreen stellten ihren neuen Titel »Es fährt ein weißes Schiff nach Hawaii« vor

Marc und Loreen stellten ihren neuen Titel »Es fährt ein weißes Schiff nach Hawaii« vor Foto: Johannes Gerhards

Von Johannes Gerhards

Borgholzhausen (WB). Weiße Schiffe, Sehnsucht nach Ferne und Meer, dazu immer wieder Liebe, Zärtlichkeit und Herzklopfen – das sind die Zutaten, aus denen das in Borgholzhausen beheimatete Schlagerpaar Marc und Loreen seinen Schlagerherbst zusammen gestellt hat. Begeisterungstaumel und frenetische Zustimmung des »Weltklassepublikums« im ausverkauften Saal von Haus Hagemeyer-Singenstroth sind der Beweis dafür, dass sie mit dieser Mixtur so falsch nicht liegen können.

Bereits zweimal haben Marita und Helmut Theil – so lauten die bürgerlichen Namen des beliebten Duos – mit einer Schlagerparty erfolgreich den Frühling eingeläutet. Nun setzen sie erstmals den musikalischen Schlusspunkt des Sommers. Mit Kiona Ihmels, bekannt aus zahlreichen Folgen der Fernsehserie »Verrückt nach Meer«, und dem Duo Leuchtfeuer, das mit dem Prädikat »älteste Boyband Ostfrieslands« in einschlägigen Kreisen für Furore sorgt, sind auch diesmal befreundete Gaststars mit von der Partie.

Bei soviel seemännischem Flair ist es keine große Überraschung, dass der vergnügliche Abend mit einem fröhlichen Ahoi für alle Landratten und Festlandmatrosen eingeleitet wird. »Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise«, intoniert die burschikos auftretende Kiona in zünftiger Seemannskluft. Ein Bühnenvorhang mit Sonne, Möwen, Strand und Meer unterstreicht die maritime Atmosphäre, als Tischdekoration haben besonders motivierte Fans sogar einen blinkenden Minileuchtturm mitgebracht.

Alle auftretenden Künstler bevorzugen den direkten Draht zum Publikum, Berührungsängste sind verpönt. Hände schüttelnd und augenzwinkernd bewegen sich die Akteure durch die Tischreihen und überbrücken auch kleinere technische Pannen souverän und routiniert. »Wir sind eben live hier und nicht als Aufzeichnung«, betont Moderatorin Kiona, als sie zwei »reizende Menschen« ankündigt, die wie der kleine Prinz bei Saint-Exupéry »nur mit dem Herzen gut sehen« und singen.

Der Pium Song, eine Ode an ihre Heimatstadt Borgholzhausen, steht am Anfang der Darbietungen von Marc und Loreen. Sofort herrscht ausgelassene Stimmung im Saal, obwohl die Mehrheit der Besucher von außerhalb kommt, wie eine Spontanumfrage ergibt. Mit ihrer »angeborenen Herzlichkeit« findet das seit 37 Jahren verheiratete Paar auf Anhieb großen Anklang bei den Gästen. Als Premiere darf Marc heute als Solist in Erscheinung treten. »Seine außergewöhnliche Stimme sorgt bei mir immer noch für Gänsehautmomente«, betont Ehefrau Loreen.

In der Tat überzeugt der Sänger nicht nur mit einer Hommage an Karel Gott und Udo Jürgens sondern vor allem durch die mitreißende Version von Tom Jones’ »Delilah«. Eine Dame aus dem Publikum ist so euphorisiert, dass sie unbedingt Marcs Stimmbänder küssen muss. Mit Rosen und einem individuell angefertigten Bildnis sagen Marita Theil und speziell ausgesuchte Gäste »Merci für den soooo schönen Gesang«.

Georg Galts und Anton »Toni« de Buhr vom Duo Leuchtfeuer werfen alsdann einen melancholischen Blick vom Leuchtturm auf das »Haus, das keiner mehr will«. Als »Kinder der Nordsee« besingen sie das den Hafen verlassende weiße Schiff, bedanken sich für den als nettes Geräusch bezeichneten Applaus, während sich die Zuhörer unterhaken, schunkeln und mitsingen. »Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer« behaupten die beiden »singenden Seebären«, von denen zumindest Toni tatsächlich ein Kapitänspatent besitzt. 55 Jahre lang blieb er dem Meer treu und nannte es seine Heimat, ganz so wie im Lieblingslied aller Seeleute beschrieben, das Kiona unterdessen anstimmt.

Da verwundert es nicht, wenn auch Marc und Loreen in ihrem neuesten Song ein weißes Schiff auf seinem Weg nach Hawaii begleiten. Kiona tauscht nach der Pause ihr Kapitänskostüm gegen ein hautenges Glitzerkleid, mit Polonaise und Tanz nähert sich die Stimmung beim Schlagerherbst ihrem Höhepunkt. Nach »Sierra Madre«, von allen Künstlern gemeinsam vorgetragen, und dem obligatorischen »Gottes guter Segen« endet der fast vierstündige maritime Schlagermarathon. Bei soviel Resonanz ist eine Wiederholung im Frühjahr alles andere als ausgeschlossen.

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