Finanzierung des Mobilitätszentrums Borgholzhausen Bahnhof ist gesichert
Hier laufen die Fäden zusammen

Borgholzhausen (WB). Viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Wenn aber unterschiedliche Behörden und Institutionen gut vernetzt zusammenarbeiten, kann etwas gelingen, das jede Verwaltung einer einzelnen Kommune deutlich überfordert hätte. Als gelungenes Beispiel einer solchen Kooperation gilt die Mobilitätsstation in Borgholzhausen Bahnhof, die nach optimistischen Schätzungen bereits zum Jahresende in Betrieb gehen soll.

Mittwoch, 29.01.2020, 06:00 Uhr
Dieses Bild gibt einen Eindruck davon, wie es schon bald am Borgholzhausener Bahnhof aussehen soll. Foto: Planungsbüro Röver
Dieses Bild gibt einen Eindruck davon, wie es schon bald am Borgholzhausener Bahnhof aussehen soll. Foto: Planungsbüro Röver

„Der Bürgermeister hat sich drauf eingelassen, einen Mitarbeiter zu beschäftigen, der manchmal komische Ideen hat“, sagt Dirk Speckmanns allgemeiner Vertreter Ralf Vieweg mit einem Anflug von Selbstironie. Sein Chef gibt das Lob zurück und spricht von „Pflicht und Kür“, wobei der Beantragungsmarathon für Mitteln aus den unterschiedlichsten Fördertöpfen eindeutig dem Bereich Kür zuzuordnen sei.

Märklin stand Pate

Der Wunsch, den bisher nicht gerade ansehnlichen Bereich rund um den Bahnhof Borgholzhausen zu einem attraktiven Eingangstor für die Lebkuchenstadt zu machen, besteht schon länger. Nach Ralf Viewegs Angaben konkretisierten sich die Pläne im Dezember 2016 nach einem Infoschreiben des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe NWL, in dem Fördermöglichkeiten nach dem ÖPNV Strukturgesetz in Aussicht gestellt wurden.

„Locker flockig“ in Unkenntnis der genauen Modalitäten beantragte Vieweg im Februar 2017 entsprechende Mittel und „packte gedanklich gemeinsam mit Ralf Düspohl vom Planungsbüro Röver die Märklin-Eisenbahn aus“. Die Idee der optisch an einen Lokschuppen erinnernden Rotunde mit Stellplätzen und Ladestationen für E-Bikes und E-Mobile war geboren.

Alles wird verknüpft

Nachdem der Rat der Stadt Borgholzhausen entsprechende Eigenleistungen auf maximal 300.000 Euro begrenzt hatte, drohte vorübergehend ein Scheitern des ambitionierten Projektes, mit dem die unterschiedlichen Mobilitätsformen zukunftsträchtig miteinander verknüpft werden sollten. Doch Ralf Viewegs Hartnäckigkeit machte sich bezahlt. In dieser Woche bewilligte NRW Verkehrsminister Hendrik Wüst zum einen 184.000 Euro für den Umbau des Bahnhofes Borgholzhausen zu einer Mobilstation und weitere 283.500 Euro für den barrierefreien Ausbau von zwei Bushaltestellen und eine barrierefrei zu nutzende Toilettenanlage.

Die alles entscheidende Summe von 250.000 Euro schließlich kommt vom Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe, wie dessen Geschäftsführer Stefan Honerkamp erklärt. Das nicht zum ÖPNV gehörende Modell des Car-Sharings mache die Sache rund, weil so „alles, was Sinn macht, miteinander verknüpft“ werde. Unterdessen erwarb die Stadt sieben betroffene Flurstücke und ließ ein inzwischen nutzungsfreies Gebäude abreißen. Innogy als örtlicher Energieversorger wurde ins Boot geholt und modernisierte seine Anlagen für Gas- und Strom.

Hilfe von vielen Seiten

Ralf Vieweg lobt ausdrücklich die Partner vom Zukunftsnetz Mobilität, die seine Behörde „massivst beraten, genetzwerkt und unterstützt“ haben. Auch sein Stellvertreter Manfred Warias habe seinerzeit beim Expoprojekt Haller Willem Weitblick bewiesen, als mit dem barrierefreien Ausbau die nötigen Voraussetzungen für die heutige Förderwürdigkeit geschaffen wurden.

„In der ersten Märzwoche wird der Auftrag an einen Generalunternehmer vergeben“, kündigt Kathrin Meyer zu Rheda vom Planungsbüro Röver an. Sie rechnet mit Baubeginn um Ostern. Für eine Bedachung der Rotunde reichen auch die bisherigen Fördermittel nicht aus, die technischen Voraussetzungen dafür sollen aber berücksichtigt werden.

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