Schulministerin übergibt in Borgholzhausen Förderbescheid über 73.380 Euro
Der Grundstein kann gelegt werden

Borgholzhausen (WB). »Ihr Antrag vom 11.11. ist als einer der ersten bewilligt worden, und das in voller Höhe«, sagt Schulministerin Yvonne Gebauer bei ihrem Besuch in der Violenbachschule in Borgholzhausen. Rund 1,054 Milliarden Euro fließen aus dem »Digitalpakt Schule« des Bundes nach Nordrhein-Westfalen. Borgholzhausen erhält genau 73.380 Euro für Investitionen in die IT-Infrastruktur am Standort Süd der Grundschule.

Dienstag, 10.03.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 09:36 Uhr
  Hoher Besuch in der Violenbachschule Süd: Landesschulministerin Yvonne Gebauer (Vierte von rechts) überreicht persönlich den Zuwendungsbescheid über 73.380 Euro. Darüber freuen sich (von links) Ralph Vieweg, Hausmeister Udo Kahmann, die stellvertretende Schulleiterin Tanja Berg, Bürgermeister Dirk Speckmann, Anja Scholz (Violenbachschule), Angela Gehlen (Bezirksregierung Detmold) und Regina Hartlage (stellvertretende Vorsitzende Schulausschuss).  Foto: Johannes Gerhards
  Hoher Besuch in der Violenbachschule Süd: Landesschulministerin Yvonne Gebauer (Vierte von rechts) überreicht persönlich den Zuwendungsbescheid über 73.380 Euro. Darüber freuen sich (von links) Ralph Vieweg, Hausmeister Udo Kahmann, die stellvertretende Schulleiterin Tanja Berg, Bürgermeister Dirk Speckmann, Anja Scholz (Violenbachschule), Angela Gehlen (Bezirksregierung Detmold) und Regina Hartlage (stellvertretende Vorsitzende Schulausschuss).  Foto: Johannes Gerhards

»In der Grundschule muss der Grundstein für Digitalisierung gelegt werden«, betont die Ministerin, und Bürgermeister Dirk Speckmann freut sich über die finanzielle Entlastung des städtischen Haushalts. Sein allgemeiner Vertreter Ralph Vieweg rechnet mit einer Gesamtinvestitionssumme von knapp 100.000 Euro. Das Ausschreibungsverfahren für den Standort sei in die Wege geleitet, in den Sommerferien soll die Infra­struktur der Violenbachschule fit für das digitale Zeitalter gemacht werden.

Wenige Schule mit leistungsfähigem Netz

»Ich bin immer froh und dankbar, wenn ich Förderbescheide überbringen darf«, sagt Yvonne Gebauer. Rund 140 Anträge seien bisher bei der zentralen Anlaufstelle der Bezirksregierung Detmold eingegangen. Die Ministerin lobt zügig handelnde Schulträger, die sicher stellen, dass den Schülern kein Wettbewerbsnachteil entsteht. Die MICUS-Studie von 2016 hatte ergeben, dass nur 13 Prozent der Schulen über ein leistungsfähiges IT-Netz verfügen. Bis Ende 2022 soll die Quote bei 100 Prozent liegen, 2020 will die Regierung 60 Prozent erreichen.

Neben dem schulinternen Leitungsausbau gehören auch die Endgeräte und gut ausgebildete Lehrkräfte zu den tragenden Säulen der Digitalisierung. Wer 30 Jahre lang mit dem Overhead-Projektor gearbeitet hat, wird nach Einschätzung der Ministerin nicht mehr zum Computer-Nerd. Das an der Schule erarbeitete Medienkonzept sieht nach Angaben der stellvertretenden Schulleiterin Tanja Berg zunächst eine Testphase für Lehrer vor. Dann erst werde man sich in Absprache mit der Grundschule Werther und der Gesamtschule für die passenden Endgeräte entscheiden.

Ohne Geld gibt es keinen Rechtsanspruch

Ralph Vieweg nutzt die Anwesenheit der Ministerin, um Informationen aus erster Hand zum Thema Rechtsanspruch für die Offene Ganztagsschule zu erhalten. »Die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung veranschlagten zwei Milliarden Euro reichen bei weitem nicht aus«, bekräftigt diese. Im Schulterschluss aller 16 Bundesländer sei die Rede von mindestens 7,5 Milliarden Investitionen und zusätzlich 4,5 Milliarde für laufende Betriebskosten. Wenn diese Summe nicht zur Verfügung stehe, gebe es auch keinen Rechtsanspruch, darin seien sich sämtliche Bundesländer einig.

Hintergrund von Viewegs Frage ist der bereits beschlossene Ausbau der OGS am innerstädtischen Standort Nord der Violenbachschule. »Wir haben also richtig entschieden, nicht auf mögliche Förderungen zu warten«, findet Regina Hartlage als stellvertretende Vorsitzende des Schulausschusses. Auch zum Thema Schulferien nimmt Yvonne Gebauer noch kurz Stellung. Derzeit werde darüber nachgedacht, dauerhaft Pfingstferien einzuführen. Dabei müsse allerdings der Abstand zu den Sommerferien bedacht werden. Ein von vielen gewünschter fester Termin für die Sommerferien in NRW scheitere aber immer wieder am Widerstand Bayerns, das sich hartnäckig auf inzwischen überholte Strukturen berufe. Bis 2025 sei alles »safe«, danach werde neu verhandelt, so die Ministerin.

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