Kreis Gütersloh legt neue Corona-Statistik vor: 1.434 Menschen aktuell infiziert
Mehr Infektionen nachgewiesen, relativ wenig Erkrankte

Gütersloh (WB/dpa). Die Zahl der positiven Tests in der Bevölkerung des Kreises Gütersloh außerhalb der Tönnies-Belegschaft steigt merklich an, die Zahl der Erkrankten indes nicht. Das geht aus den Zahlen hervor, die der Kreis Gütersloh am frühen Samstagabend veröffentlicht hat.

Samstag, 27.06.2020, 19:42 Uhr aktualisiert: 28.06.2020, 09:30 Uhr
Symbolbild Foto: dpa
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Demnach waren Stand 27. Juni, 0 Uhr, 2.203 (26. Juni: 2.160) laborbestätigte Coronainfektionen erfasst. Dies sind kumulierte Zahlen seit Anbeginn der Pandemie. Davon gelten 748 (26. Juni: 741) Personen als genesen und 1.434 (26. Juni: 1.398) als noch infiziert.

Von diesen 1.434 Personen befinden sich 1.405 in häuslicher Quarantäne. Laut Auskunft der vier Krankenhäuser werden derzeit 29 Patienten (26. Juni: 30) stationär behandelt. Davon werden fünf Personen (26. Juni: 5) intensivpflegerisch versorgt und zwei Personen (26. Juni: 2) müssen beatmet werden. Im Kreis Gütersloh sind seit Beginn der Pandemie 21 Personen (26. Juni: 21) verstorben, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten.

75 Fälle ohne Tönnies-Bezug binnen einer Woche

In den vergangenen sieben Tagen, also vom 20. bis 26. Juni, wurden 75 Fälle in der übrigen Bevölkerung bekannt, also bei denen, die keinen direkten Bezug zu der Firma Tönnies haben. Das sind 28 mehr als am Vortag vom Kreis Gütersloh bekannt gegeben. Von den Tests, die im Diagnosezentrum der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) am Carl-Miele-Berufskolleg gemacht worden sind, sind 3.588 Befunde zurück, davon waren zwölf positiv.

Der Kreis Gütersloh bewertet das so: „Die Zahl der positiven Tests in der übrigen Bevölkerung – also bei jenen, die keinen direkten Bezug zu den Tönnies-Beschäftigten haben – steigt merklich an, die Mehr­zahl der betroffenen Personen ist offenbar asymptomatisch. Zurzeit ist der Anstieg vermutlich durch die starke Ausweitung der Testung von asymptomatischen Personen bedingt – also den Testungen in den sechs Diagnosezentren. Ein gutes Zeichen: Es ist kein Anstieg der Erkrankten zu verzeichnen.“

Tests am laufenden Band

Die Testungen seien derweil in neue Dimensionen vorgedrungen: Vier Diagnosezentren des Kreises (Bundeswehr), zwei Diagnosezentren der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Tests durch niedergelassene Ärzte, Testungen durch mobile Teams in den Wohnungen der Tönnies-Mitarbeiter, vom Krisenstab veranlasste Testungen in weiteren Firmen vor allem der Lebensmittelbranche, Testungen der Belegschaft veranlasst durch Unternehmen, Testungen des Personals in den Krankenhäusern, vom Land NRW verordnete Eigentestungen des Personals in Alten- und Pflegeeinrichtungen – die Liste sei wahrscheinlich nicht mehr vollständig, heißt es in einer Mitteilung. Die Folge: „Wegen dieser vielen Testläufe, die sich kaum qualitätsgesichert abbilden lassen, verzichtet der Krisenstab künftig auf die tägliche Einzeldarstellungen unterschiedlicher Testläufe.“

Landrat Adenauer spricht von Kraftakt

Laut Kreisveröffentlichung auf seiner Homepage wurden alle Wohnquartiere der Tönnies-Mitarbeiter am Donnerstag und Freitag von den mobilen Teams aus Ordnungsämtern und Polizei besucht, um die Quarantäne zu überwachen. Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) wird dazu so zitiert: „Das ist ein Kraftakt, den die Mitarbeiter aus den Städten und Gemeinden da gemeinsam mit der Polizei geschafft haben, ich habe Respekt, wie schnell das ging, wir sind jetzt einen Schritt weiter. Ich bin froh, dass es keine Konflikte und auch keine Verständigungsschwierigkeiten gegeben hat. Mein Dank gilt hier der Polizei des Landes NRW, die unter der Einsatzleitung in Bielefeld mit drei Hundertschaften den Corona-Einsatz flankiert.“

Die Corona-Testungen liefen der Veröffentlichung zufolge noch bis zum 3. Juli weiter. Bei Besuchen vor Ort in den Testzentren habe sich Landrat Adenauer täglich informiert, die Stimmung bei den Wartenden eingefangen und sich bei den Hilfsorganisationen wie auch bei der Bundeswehr bedankt.

Insgesamt seien im Kreis Gütersloh derzeit 637 Kräfte (ohne Polizei) im Einsatz, darunter viele Ehrenamtliche vom Deutschen Roten Kreuz, dem Malteser-Hilfsdienst, den Johannitern, dem Arbeiter-Samariter-Bund, vom THW und den Freiwilligen Feuerwehren. Davon kümmerten sich allein 228 Männer und Frauen der Hilfsorganisationen kreisweit um Abstriche, die Verpflegung, Transporte und die Fachberatung im Krisenstab und in der Einsatzleitung. Die Bundeswehr sei mit 245 Kräften vor Ort. Das Technische Hilfswerk habe am Samstag mit 50 Einsatzkräften den Kreis Gütersloh mit Aufgaben im Bereich Logistik und Infrastruktur unterstützt. 40 Dolmetscher sorgten für eine barrierefreie Verständigung.

Orte im Überblick

Die Zahl der aktuell Infizierten nach Orten im Überblick (in Klammern der Wert des Vortages):

Borgholzhausen 3 (2)

Gütersloh 409 (400)

Halle 1 (0)

Harsewinkel 39 (38)

Herzebrock-Clarholz 74 (73)

Langenberg 41 (39)

Rheda-Wiedenbrück 726 (710)

Rietberg 52 (53)

Schloß Holte-Stukenbrock 0 (0)

Steinhagen 9 (8)

Verl 76 (73)

Versmold 1 (1)

Werther 3 (1).

 

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