Landwirte sauer, andere zufrieden
Erdkabel für Borgholzhausen

Borgholzhausen -

Die Gegner von 70 Meter hohen Strommasten in Borgholzhausen freuen sich, die Landwirte sind sauer: Der Stromnetzbetreiber Amprion hat am Freitag mitgeteilt, wie er die 380.000-Volt-Leitungen durch das Gebiet führen möchte: über eine Freileitung mit elf Masten auf zwei Kilometern und eine 4,2 Kilometer lange Erdverkabelung durch Äcker zwischen Halle und der Landesgrenze.

Freitag, 20.11.2020, 22:08 Uhr
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Dort, wo die Kabel in den Boden und wieder herausgeführt werden, sollen Übergabe-Stationen mit einem Flächenbedarf von jeweils 120 mal 60 Meter gebaut werden. Amprion rechnet 2022 mit einer Baugenehmigung der Bezirksregierung.

Zur Bitte der Bauern, ihre Felder nicht aufzureißen, sondern die Kabel mit Bohrungen zu verlegen, hieß es, das Spülbohrverfahren komme wegen der Bodenverhältnisse nicht in Frage, und andere Bohrverfahren würden nur bei Autobahnen, Bahnlinien, Gewässern und geschützten Flächen geprüft.

Jörg Finke-Staubach (Amprion) sagte, man werde »alle für die Landwirtschaft relevanten Bodenfunktionen« wieder herstellen. Er gehe von einer Einigung ohne Gerichte aus. Einigen sich die Bauern, die im schlimmsten Fall enteignet werden können, innerhalb von acht Wochen nach Aufnahme der Verhandlungen mit Amprion auf eine Nutzung ihrer Felder, bekommen sie Extra-Prämien.

Landwirt Georg von Kerssenbrock nannte die Ankündigung von Amprion „eine große Enttäuschung“. Die Belange der Grundeigentümer seien nicht im Mindesten berücksichtigt worden. Man sei irritiert über die Aussage, eine Erdverkabelung über mehr als vier Kilometer mit bis zu 50 Meter Breite und mit einem Erdaushub von fast 200.000 Kubikmetern sei die umweltschonendste Technik. Die Bauern befürchten eine dauerhafte Schädigung der Äcker.

Erdverkabelung kostet etwa sechs- bis achtmal soviel wie eine Verlegung über Freilandmasten. Allerdings spielt das für die Netzbetreiber keine Rolle, weil die Kosten auf die Stromkunden umgelegt werden können.

Neben einer Bürgerinitiative hatte auch der Stadtrat vier Kilometer Erdkabel gefordert, um 70 Meter hohe Stahlgittermasten in der Landschaft zu vermeiden.

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