Extreme Hitze könnte Gasunfall ausgelöst haben
Polizei geht von einem Unglücksfall aus

Gütersloh (WB). Möglicherweise war die extreme Hitze am Samstag für den Gasunfall mit 20 Verletzten verantwortlich. Da der Gutachter keinen Defekt an der Therme feststellen konnte, geht die Polizei mittlerweile von einem »Unglücksfall« aus.

Donnerstag, 12.06.2014, 10:37 Uhr aktualisiert: 12.06.2014, 14:32 Uhr
Extreme Hitze könnte Gasunfall ausgelöst haben : Polizei geht von einem Unglücksfall aus
Für Bezirksschornsteinfeger Uwe Schiermeyer sind in dem Haus »sehr viele ungünstige Umstände zusammengekommen«. Foto: Uwe Caspar

Zusammen mit Kriminalbeamten hat der Sachverständige das Sechs-Familien-Haus in der Straße Auf dem Knüll gestern Vormittag in Augenschein genommen. Das besondere Augenmerk galt der Gastherme im Badezimmer in der linken Erdgeschosswohnung – von hier aus soll das Kohlenmonoxid am Samstag ausgeströmt sein.

Die Überprüfung der Therme führte zu dem überraschenden Ergebnis, dass die Anlage in Ordnung ist. »Während der Messungen vor Ort trat weder Kohlenmonoxid aus, noch zeigte sich ein anderer Defekt«, erklärt Polizeisprecherin Corinna Koptik. Auch der Schornstein des Hauses befinde sich in einem ordnungsgemäßen Zustand. Rauchfang und Therme seien regelmäßig und wie vorgesehen gewartet worden. Auch seien keinerlei Veränderungen oder Manipulationen an der Therme festgestellt worden.

»In sehr seltenen Ausnahmefällen kann es bei extremen Witterungslagen vorkommen, dass Kohlenmonoxid in geringeren Mengen aus dem Gerät ausströmt. Das könnte die Ursache für den Unfall gewesen sein«, liefert Koptik eine mögliche Erklärung.

Sollte es so gewesen sein, dann sind sehr viele ungünstige Umstände zusammengekommen

Bezirksschornsteinfeger Uwe Schiermeyer

Für Bezirksschornsteinfeger Uwe Schiermeyer – er ist für das betroffene Haus in der Straße Auf dem Knüll zuständig – besteht für die Nutzer von Gasthermen kein Grund zur Beunruhigung. »Sollte es so gewesen sein, dann sind sehr viele ungünstige Umstände zusammengekommen«, so der Experte aus Hövelhof. In dem Haus habe man es mit einer etwa 30 Jahre alten Therme, extrem langen Abgaswegen vom Badezimmer zum Schornstein und einem schräg gemauerten Schornstein zu tun. Da die Außenluft am Samstag heiß und die Luft im Schornstein kalt gewesen sei, könnte es zu dem Phänomen gekommen sein, dass die Abgase der Therme nicht richtig abgezogen sind.

»Das ist vergleichbar mit Öfen, die im Herbst nach längerer Zeit wieder angeheizt werden«, sagt Schiermeyer. Tritt dieses Phänomen auf, schalten sich moderne Thermen aus. »In diesem Fall handelte es sich um eine 30 Jahre alte Theme, die sich zwar ausschaltete, nach etwa zehn Minuten aber auch wieder einschaltete«, so der Bezirksschornsteinfeger. Möglicherweise wurde dadurch in regelmäßigen Abständen Kohlenmonoxid freigesetzt. Nach Angaben von Schiermeyer sind diese alten Anlagen Auslaufmodelle. Wegen neuer gesetzlicher Auflagen müssen sie mittelfristig ausgetauscht werden.

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