Mohn Media druckt am Freitag erstmals eine Teilauflage des Nachrichtenmagazins
»Spiegel« made in Gütersloh

Gütersloh/Hamburg (WB). Wenn das Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« erstmals in seiner fast 70-jährigen Geschichte am Samstag – und nicht wie bisher montags – erscheint, ist ein Großteil der Auflage bei Mohn Media in Gütersloh gedruckt worden.

Dienstag, 06.01.2015, 18:19 Uhr aktualisiert: 06.01.2015, 18:28 Uhr
Mohn Media druckt am Freitag erstmals eine Teilauflage des Nachrichtenmagazins : »Spiegel« made in Gütersloh
Dies ist der letzte »Spiegel«, der an einem Montag am Kiosk erschienen ist. Die nächste Ausgabe wird bereits am Samstag erhältlich sein, am Freitag werden die Ausgaben in Gütersloh hergestellt.

Bis Donnerstagnacht um 0 Uhr sollen in dem Tochterunternehmen des Bertelsmann-Konzerns die Daten der neuen Ausgabe vorliegen. Kurze Zeit später, noch am frühen Freitagmorgen, laufen dann an der Carl-Bertelsmann-Straße bis zu sieben riesige Offsetdruck-Maschinen an, um innerhalb von zwölf Stunden etwa 500 000 Exemplare herzustellen.

Auflage wird aufgeteilt

Die andere Hälfte der Auflage, die für den süddeutschen Raum bestimmt ist, wird zeitgleich in Pforzheim bei der Firma Stark-Druck zu Papier gebracht. Der bisherige Druckdienstleister, das zu fast 75 Prozent ebenfalls zu Bertelsmann gehörende Unternehmen Prinovis, hat den Auftrag indes komplett abgeben müssen – nach 23 Jahren.

Maßgeblich waren dem Vernehmen nach zwei Gründe dafür ausschlaggebend: Zum einen entschied sich der Hamburger Spiegel-Verlag dazu, mit einer alten Tradition zu brechen, künftig nicht mehr am Montag, sondern schon am Samstag zu erscheinen. So spekulieren Verleger und Chefredaktion des deutschen Leitmediums wohl darauf, dass mehr Leser am Wochenende mehr Zeit mit ihrer aktuellen Ausgabe zubringen werden.

Neues Druckverfahren

Ein zweiter wichtiger Grund: Das Druckverfahren ändert sich mit den neuen Dienstleistern. War der von Rudolf Augstein 1947 gegründete »Spiegel« stets im Tiefdruck entstanden, so wird das renommierte Nachrichtenmagazin nun auf Rollen-Offsetmaschinen gedruckt. Und da verfügt Mohn Media europaweit über die modernsten, leistungsfähigsten Exemplare. Somit soll sich durch die wesentlich verkürzte Zeit des Druckens auch der Redaktionsschluss nach hinten verschieben können – was einen Gewinn an Aktualität bedeutet.

Mohn Media hatte in den vergangenen Jahren kontinuierlich in Offset-Druckmaschinen investiert – ein solches von MAN-Roland hergestelltes Exemplar kostet bis zu 20 Millionen Euro. Seit 2009 verzeichnet die Bertelsmann-Tochter eigenen Angaben zufolge jährliche Zuwachsraten von durchschnittlich acht Prozent.

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