Polizei nimmt Vater fest – Säugling seit Dienstagabend außer Lebensgefahr
Baby schwer misshandelt

Gütersloh (WB). Polizisten haben einen 40-jährigen Mann aus Gütersloh festgenommen, der sein fünf Monate altes Baby schwer misshandelt haben soll. Der kleine Junge liegt auf der Intensivstation der Kinderklinik in Bielefeld-Bethel. Seit Dienstagabend besteht keine Lebensgefahr mehr, teilte die Polizei mit.

Mittwoch, 29.04.2015, 08:46 Uhr aktualisiert: 29.04.2015, 10:51 Uhr
Polizei nimmt Vater fest – Säugling seit Dienstagabend außer Lebensgefahr : Baby schwer misshandelt
Der lebensgefährlich verletzte Säugling wurde in der Kinderklinik Bethel behandelt. Foto: Thomas F. Starke

 Das schmucke, braun-geklinkerte Einfamilienhaus, in dem sich am Montagabend das Familiendrama abgespielt haben soll, liegt im Gütersloher Ortsteil Avenwedde-Bahnhof. Der Garten ist gepflegt, ein Blumenbeet mit gelben und roten Frühlingstulpen ziert den Eingang. Auf »Facebook« zeigt die Familie ihr ganzes Glück: Zwei lachende Kinder wiegen ihr schlafendes Brüderchen in einem weißen Strampler in ihren Armen. Schöner kann ein lebensfrohes Kinderfoto kaum sein.

Wie es zu diesem tragischen Vorfall gekommen ist und welche Hintergründe dafür verantwortlich sind, ermittelt gerade eine eingerichtete Mordkommission mit Polizeibeamten aus Bielefeld und Gütersloh. Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTS haben die 32-jährige Mutter und der 40-jährige Vater ihren schwer verletzten Säugling selbst in die Kinderklinik nach Bielefeld-Bethel gebracht.

Ärzte verständigten die Polizei

Die Ärzte stellten nach der ersten Untersuchung körperliche Misshandlungen fest und verständigten umgehend die Polizei. Kripobeamte durchsuchten sofort das Haus der Eltern in Gütersloh. Der in diesem Fall leitende Staatsanwalt Veith Walter aus Bielefeld: »Nach unseren Ermittlungen und nach Auswertung der Spuren am Tatort besteht gegen den Vater der dringende Verdacht, dass er seinen Jungen misshandelt hat.« Die Vernehmungen des Mannes dauerten an.

Nach Recherchen dieser Zeitung soll der dreifache Vater am Montagabend in seinem Haus plötzlich ausgerastet sein, weil das Kind unentwegt geschrien haben soll. Ob die Mutter zu diesem Zeitpunkt anwesend war und ob sie eingeschritten ist, wurde noch nicht bekannt. Sie soll jedoch einen Schock erlitten haben.

Vater wurde dem Haftrichter vorgeführt

Nachbarn berichten, dass sie niemals etwas Auffälliges in der Familie oder deren Umfeld beobachtet hätten. »Alle waren immer sehr freundlich und haben nett gegrüßt«, sagte ein Rentner, der täglich dort mit seinem Fahrrad vorbeiradelt. Polizeisprecherin Corinna Koptik teilte gestern Abend noch mit, dass der Vater dem Haftrichter vorgeführt worden sei. Und der habe wegen gefährlicher Körperverletzung und des Missbrauchs Schutzbefohlener die Untersuchungshaft angeordnet.

Ermittlungen auch in Hopsten (Münsterland): Dort starb ein vier Monate alter Säugling möglicherweise, weil er geschüttelt wurde. Darauf weist zumindest die Obduktion hin. Die Eltern wollen ihr Kind tot in seinem Bettchen aufgefunden haben. Auch dort ermittelt jetzt die Kriminalpolizei.

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