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Di., 14.03.2017

Milovan Bogunovic drängt Täter ins Gütersloher Kreishaus-Büro und zieht Verletzten in Sicherheit – mit Video: Tapferer Held hält einfach die Tür zu

Er ist der Held des Tages: Milovan Bogunovic (45) aus Rheda-Wiedenbrück hat gestern Nachmittag tapfer eingegriffen und den Messerstecher im Kreishaus-Büro eingesperrt. »Der Typ wollte auch mich angreifen«, berichtet der Bosnier.

Er ist der Held des Tages: Milovan Bogunovic (45) aus Rheda-Wiedenbrück hat gestern Nachmittag tapfer eingegriffen und den Messerstecher im Kreishaus-Büro eingesperrt. »Der Typ wollte auch mich angreifen«, berichtet der Bosnier. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Er hat den Messerstecher im Kreishaus-Büro kurzentschlossen eingesperrt, bis die Polizei eintraf: Milovan Bogunovic (45) aus Rheda-Wiedenbrück ist  bei dem Angriff am Montag auf zwei Beschäftigte in der Abteilung Gesundheit der Held des Tages.

»Was ist denn das für ein Geschrei?«, fragte sich der gebürtige Bosnier, als er gegen 14 Uhr seine Grundstücksangelegenheit in der Kataster-Abteilung geregelt hatte. Eigenen Angaben zufolge lief er in Richtung des Lärms und traf auf dem Flur in der zweiten Etage auf einen Mann, der sich mit einem vorgehaltenen Stuhl vor irgendwas schützen wollte.

Video: So schildert Milovan Bogunovic die Begegnung mit dem Angreifer

»Ich sah, dass er am Kopf blutete«, berichtete der 45-Jährige nach dem schrecklichen Vorfall an der Herzebrocker Straße. »Als ich dann um die Ecke in das Büro schaute, bemerkte ich einen jungen Mann mit einem größeren Messer in der Hand. Auf dem Boden vor ihm lag ein anderer Mann, der im Brust- und Bauchbereich stark blutete und um Hilfe schrie«, schilderte Bogunovic.

Der Bosnier, der seit 1993 in Rheda-Wiedenbrück lebt, mit einer Deutschen verheiratet ist und drei Kinder hat, schaffte es, das zu dem Zeitpunkt in Lebensgefahr schwebende Opfer in den Flur zu ziehen und so in Sicherheit zu bringen. »Der Täter wollte dann auch auf mich losgehen, doch ich habe ihm einfach die Tür vor der Nase zugeknallt«, berichtete der 45-Jährige.

Eine Frau, offenbar eine Mitarbeiterin der Kreisverwaltung, habe dann die Türe abgeschlossen – der Tatverdächtige saß in der Falle.

Opfer außer Lebensgefahr

Wenige Minuten später war die Polizei vor Ort, das Areal wurde großräumig abgesperrt. Zwei Notärzte kümmerten sich um die Opfer. Der Schwerverletzte wurde noch am Nachmittag im St.-Elisabeth-Hospital notoperiert – Lebensgefahr bestand gegen 17.30 Uhr nicht mehr. Zwischenzeitlich war wegen des bewaffneten Täters ein zehnköpfiges Spezial-Einsatzkommando (SEK) auf Bielefeld herbeigerufen worden. Von Seiten der Berufsfeuerwehr war unter Leitung von Volker Kocinski-Schroer im rückwärtigen Bereich der Kreisverwaltung ein Sprungkissen aufgebaut worden. »Wir mussten befürchten, dass sich der Mann aus dem Fenster stürzt«, so ein Feuerwehrmann.

Um 17.30 Uhr gab der polizeibekannte Tatverdächtige auf, ein gewaltsamer Zugriff des SEK blieb aus. Er ließ sich widerstandlos festnehmen. Er wird von einer Mordkommission vernommen.

Landrat Sven-Georg Adenauer (57) als Chef der Kreisverwaltung zeigte sich am Abend schockiert über den Vorfall: »Gottlob besteht bei dem Mitarbeiter keine Lebensgefahr mehr.«

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