Do., 23.11.2017

Gütersloh wird jetzt vernetzt – Gipfel im Frühjahr Bürgermeister ruft Digitalen Aufbruch aus

Bürgermeister Henning Schulz (rechts) und sein Büroleiter Rainer Spies bereiten den »Digitalen Aufbruch« Güterslohs vor. Sie wollen das Know-How der Stadt vernetzten.

Bürgermeister Henning Schulz (rechts) und sein Büroleiter Rainer Spies bereiten den »Digitalen Aufbruch« Güterslohs vor. Sie wollen das Know-How der Stadt vernetzten. Foto: Stephan Rechlin

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Nicht nur in der Stadtverwaltung wird digital gearbeitet. Bei Bertelsmann, Miele, in der Industrie, bei Banken und Versicherungen, in Schulen, Kliniken und Freiberuflern, in Bussen und Bahnen laufen die viele Arbeitsprozesse inzwischen digital ab. Diese Orte und Menschen möchte Bürgermeister Henning Schulz miteinander vernetzen.

So wie Paderborn hat auch Gütersloh am Wettbewerb »Digitale Stadt« teilgenommen. Doch im Gegensatz zu Paderborn ist Gütersloh nicht zur »digitalen Leitkommune« in Nordrhein-Westfalen aufgestiegen, die ins digitale Modellprojekt von Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart aufgenommen wurde. »Müssen wir auch nicht», sagt Bürgermeister Henning Schulz, »so werden uns die Ausbauschwerpunkte nicht vorgeschrieben. Wir können sie selbst festlegen.«

Wie zum Beispiel der Name des Gütersloher Weges: »Digitaler Aufbruch«. Aus der Wettbewerbs-Bewerbung sind zahlreiche Ideen und Kontakte übrig geblieben, die Henning Schulz jetzt aktivieren möchte.

Digitale Kraftzentren

Außerdem hat Schulz eine Reihe digitaler Kraftzentren in Gütersloh ausgemacht, die er dazu anzapfen möchte. Da ist zuallererst das Center for Applied Data Science Gütersloh (Zentrum für angewandte Datenwissenschaft) am Fachhochschulstandort Schulstraße. Es hat seine Arbeit im Oktober aufgenommen und Interesse bekundet, gemeinsam mit der Stadt ein Entwicklungsprojekt zum Thema Datenerfassung, -aufbereitung und -analyse sowie zur Digitalisierung und Optimierung von Arbeits- und Geschäftsprozessen durchzuführen.

Aus der noch von Bürgermeisterin Unger angestoßenen Beteiligung am landesweiten Projekt »Modellkommune E-Government« ist ein großes Netzwerk digital weit entwickelter Kommunen erhalten geblieben. Verwaltungsintern gibt es eine »Task Force«, die sich für eine intelligente Digitalisierung an Gütersloher Schulen einsetzt. Schließlich gibt es mit Bertelsmann-Konzern und Stiftung zwei digitale Riesen vor Ort, die vielleicht eines Tages mehr zum Digitalen Aufbruch in Gütersloh beisteuern als Internet-Links, über die man sich über »Best-Practise«-Beispiele informieren kann.

»Chief Digital Officer«

Sprachlich färben sie schon mal auf den Bürgermeister ab. Wie Bertelsmann-Chef Thomas Rabe spricht Schulz jetzt von einer »digitalen Transformation« Güterslohs. Und um den Prozess voranzubringen, soll ihm der Hauptausschuss am 4. Dezember einen »Chief Digital Officer« genehmigen, also einen Digital-Beauftragten. In den Fachbereichen werden »Digital Scouts« gesucht und ernannt.

Außerhalb des Rathauses sollen alle interessierten Bürger in den Digitalen Aufbruch einbezogen werden. Dazu werden vom kommenden Frühjahr an Digitalgipfel abgehalten, es werden Lenkungsgruppen, Themengruppen und ein digitales Forum einberufen. Jugendliche wirken über einen »U 30«-Beirat mit.

 

Kommentare

Anstatt sich nur lokal umzusehen...

... sollte man etwas in die Ferne schweifen und den zukünftigen CDO mal nach Litauen und Co. schicken. Und vor allem bei der Auswahl auf echte Kompetenz und nicht die auf dem Papier achten. Da sehe ich bei Behörden immer die größte Herausforderung, da dort zum einen die Kompetenz dazu fehlt Bewerber richtig einzuschätzen, zum anderen antiquierte Maßstäbe angelegt werden.

Wahrscheinlich versteht man dort heute CDOs mehr als IT Projektentwickler oder IT-irgendwas. Und da geht's dann ja schon los mit der Misere...

1 Kommentare

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