Mo., 26.02.2018

Gütersloh: Arvato CRM soll bis zum Herbst verkauft sein Gewinnbeteiligung bleibt erhalten

Die Pflege von Kundenbeziehungen am Computer und mit Kopfhörern ist ein Zukunftsmarkt, der hohe Investitionen erfordert. Die möchte Bertelsmannn lieber einem Partner überlassen.

Die Pflege von Kundenbeziehungen am Computer und mit Kopfhörern ist ein Zukunftsmarkt, der hohe Investitionen erfordert. Die möchte Bertelsmannn lieber einem Partner überlassen. Foto: dpa

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Die Mitarbeiter der Bertelsmann-Tochter Arvato CRM (Customer Relation Management, Kundenbeziehungs-Verwaltung) behalten auch dann ihren Anspruch auf eine Gewinnbeteiligung, falls sie im April kommenden Jahres nicht mehr dem Konzern angehören sollten.

Diese Ausnahme von der bisher geübten Praxis haben Vorstand Thomas Rabe und Personalvorstand Immanuel Hermreck gut 60 Gesamtbetriebsräten aus der 36.000 Mitarbeiter umfassenden Konzerntochter zugesichert. Ob es eine Unternehmens- oder Konzerngewinnbeteiligung geben werde, hänge allerdings vom Geschäftsverlauf ab. Rabe strebt den Verkauf der Callcenter-Sparte bis zum Herbst diesen Jahres an – möglichst »en bloc« und an einen Partner oder Investor. Dabei spiele der Preis nicht die ausschlaggebende Rolle. Vielmehr komme es auf das unternehmerische Konzept eines möglichen Partners an, auf dessen finanzielle Solidität und auf seine Kompetenz: »Wir wollen wissen, wer der Käufer ist, was er mitbringt und was er vorhat.«

Keine Beschäftigungsgarantie

In den Verhandlungen werde versucht, vorhandene Betriebs- und Konzernbetriebsvereinbarungen im Sinne der Mitarbeiter und in Abstimmung mit einem möglichen Partner oder Investor zu überführen. Eine Beschäftigungsgarantie aber könne und werde es nicht geben.

Rabe sieht ausgezeichnete Chancen für einen Verkauf, da die Branche boome und Arvato CRM dank hoher Investitionen sehr gut aufgestellt sei. Um dieses Geschäft fortzuführen, seien in den kommenden fünf bis zehn Jahren weitere hohe Investitionen in die Technologie, in Strukturen und Prozesse sowie in den Ausbau von Offshore-Standorten erforderlich. Bertelsmann möchte diese Mittel jedoch lieber in andere »Wachstumsplattformen« investieren. In Gütersloh sind 500 Mitarbeiter in dieser Sparte beschäftigt.

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