Do., 29.03.2018

Gütersloh: ESG-Leiter Martin Fugmann besucht die Khan Lab School in Kalifornien Die Schule beginnt in Gleitzeit

Martin Fugmann, Leiter des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums, besucht die Khan Lab School in Mountain View, Kalifornien.

Martin Fugmann, Leiter des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums, besucht die Khan Lab School in Mountain View, Kalifornien. Foto: Stephan Rechlin

Von Stephan Rechlin

Gütersloh/Mountain View (WB). Gemeinsames Lernen vom Kindergarten bis in die neunte Klasse. Bis dahin keine Zensuren, sondern individuelle Lernstandsanalysen, die mit Leistungsdaten anderer Schulen verglichen werden. Im Lehrerteammeeting an Freitagnachmittagen werden die Lernprogramme der kommenden Woche entwickelt.

So lauten einige der Eindrücke, die Martin Fugmann, Direktor des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums und Leiter des Beirates zur Gütersloher IT-Offensive an Grundschulen, derzeit in Kalifornien sammelt. Genauer: in der Khan Lab School in Mountain View, eine nach den Prinzipien der Khan Academy im Internet arbeitende Laborschule.

Es ist eine Schule für die kalifornische Oberschicht – Familien, die es sich leisten können, durchschnittlich 30.000 Dollar (24.308 Euro) Schulgeld pro Jahr aufzubringen. Was bekommen sie für ihr Geld? Ein Team junger, international erfahrener Lehrer, die in der Lab School die amerikaweit höchsten Gehälter beziehen. Auf eine Stelle dort bewerben sich 150 Pädagogen. Ihre Schüler treffen in Gleitzeit zwischen 8.30 und 9 Uhr morgens ein. Deshalb muss niemand warten, denn jeder Schüler hat seinen individuellen Stundenplan. Der setzt sich zusammen aus projektbasiertem Lernen, Fachunterricht und Lerncoaching. Gut ein Viertel ihrer Schulzeit verbringen die Kinder am Laptop – aber niemals allein. Die Lerninhalte stammen zum Teil aus der von Salman Khan 2009 gegründeten »Khan Academy«, der ersten, kostenlos über YouTube zugänglichen Lernakademie. Es werden aber auch noch andere Lernapps eingesetzt, außerdem Bücher und Arbeitsblätter.

Apps haben Lernen nicht verbessert

Die Lab School reagierte damit auf Erkenntnisse, wonach die von Software gesteuerten Lernapps das Lernen nicht verbessert haben. Die Schüler erzielten zwar gute Testergebnisse und entwickelten schnell Strategien, was sie technisch zu tun haben. »Doch wirklicher Kompetenzerwerb fand nicht statt«, schreibt Martin Fugmann im Internetblog über seinen Besuch. Die von den Schülern erzielten Leistungen werden von den Lehrern elektronisch erfasst und in Leistungsportfolios aufgearbeitet. Dabei werden sie von Startup-Unternehmen wie »Yet Analytics« unterstützt, sie sich auf die Aufbereitung von Lerndaten spezialisiert haben. Über Schnittstellen ermitteln sie Kompetenzlevel und leiten daraus Reflexions- und Beratungsthemen sowie den Stundenplan der nächsten Woche ab.

 

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