Mi., 11.04.2018

Im Juni soll in Gütersloh Deutschlands größter Parkour-Park eröffnet werden Ein Paradies für Kletterkünstler

Mit dem neuen Parkour-Park bieten Claus-Peter (»Pit«) Mosner und Daniela Toman den Traceuren ein hervorragendes Trainingsgelände. Vom 20. bis 23. Juni findet hier ein internationales Camp statt.

Mit dem neuen Parkour-Park bieten Claus-Peter (»Pit«) Mosner und Daniela Toman den Traceuren ein hervorragendes Trainingsgelände. Vom 20. bis 23. Juni findet hier ein internationales Camp statt. Foto: Stadt Gütersloh

Gütersloh (WB). »Train hard – run easy«: Das Graffiti am Eingang der neuen Parkour-Anlage zeigt, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Trainingsplatz handelt. »Der Park ist eine exklusive Anlage für Jugendliche und junge Erwachsene, die einfach mal einen Sprung wagen wollen«, sagt Claus-Peter Mosner, genannt »Pit«, Leiter des Parkour-Projekts in Gütersloh.

Realisiert wurde die neue Trendsport-Anlage am Schulzen­trum Nord durch eine Spende des Unternehmers Werner Gehring an die Stadt Gütersloh. Die offizielle Eröffnung des Parkour-Parks ist im Juni dieses Jahres geplant.

»Aktuell haben wir hier in Gütersloh die größte Parkour-Anlage in ganz Deutschland«, betont Daniela Toman, Diplom-Ingenieurin für Landschaftsarchitektur vom städtischen Fachbereich Grünflächen und Verantwortliche für die Umsetzung des Projekts. Auf 1600 Quadratmetern zeigt sich ein bunter Mix aus Beton-, Stahl-, Holz- und Naturstein-Elementen, im Fachjargon auch »Obstacles« genannt.

Park soll auch Begegnungsort sein

Ob der Schwing- und Hangelbereich, der Mauerabschnitt oder die Robinienhölzer – die unterschiedlichen Materialien mit urbanem Flair bieten eine Vielzahl an Variationsmöglichkeiten, um die einzelnen Hindernisse zu bewältigen. Bänke laden zum Überwinden und Verweilen ein, denn Mosner und Toman war wichtig: »Der Park soll auch Begegnungsort für Kinder, Jugendliche und Familien sein.«

Wichtig war im Entwicklungsprozess die Beteiligung der jungen Sportler, im Parkoursport auch Traceure genannt. Was für Vorstellungen haben sie, was bedeutet Parkour für sie und welche Lebenseinstellung steckt dahinter? In drei Workshops wurden die Ideen und Wünsche gesammelt und in die Umsetzung eingebunden.

»Wir haben bei unserem Parkour-Park oft neu gedacht«, betont Pit Mosner. Von der Härte des Fallschutzbodens über die Höhe der Hindernisse bis hin zur Anordnung der Elemente – es wurde vieles ausprobiert, um ein perfektes Gelände zu konzipieren.

»Gütersloh hat eine sehr aktive Jugendkultur, die sich einsetzt, sozial engagiert und es geschafft hat, so viele Menschen für unser Projekt zu begeistern«, lobt Mosner. Mit ihrem jährlichen Parkour-Camp, das auch internationale Traceure für drei Tage anlockt, haben sich die Kletterkünstler über die Grenzen der Stadt hinaus einen Namen gemacht.

Camp feiert zehnjähriges Bestehen

In diesem Jahr feiert das Camp vom 20. bis 23. Juli unter dem Motto »True spirit has no competition« sein zehnjähriges Bestehen. Das Motto ist Programm: »Parkour ist nicht kommerziell oder leistungsorientiert. Es gibt keine Wettkämpfe«, sagt Mosner.

Seit 2008 wird in Gütersloh gesprungen, gehangelt und geschwungen. Als einstiges Projekt zur Gewaltprävention hat der Sport schnell viele Anhänger gefunden, so dass schon 2009 das erste, kleine Parkour-Camp stattfand.

Mittlerweile sind in Gütersloh und Umgebung etwa 200 Traceure aktiv. In sechs wöchentlich stattfindenden Trainings mit einem inklusiven Angebot können sie bei etwa 15 aktiven Trainern alles rund um das geschickte Überwinden von Hindernissen lernen. »Die Leute kommen, weil wir eine Familie sind«, so Mosner.

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