Mi., 18.04.2018

BMG: »Wir nehmen Künstler und künstlerische Freiheit ernst« »Echo«-Debatte: Bertelsmann-Tochter stellt sich hinter Rap-Album

Kollegah (links) und Farid Bang singen bei der 27. Verleihung des Deutschen Musikpreises.

Kollegah (links) und Farid Bang singen bei der 27. Verleihung des Deutschen Musikpreises. Foto: dpa

Berlin/Gütersloh (dpa). In der Debatte um den »Echo« für ein als judenfeindlich kritisiertes Rap-Album hat sich die Plattenfirma BMG hinter das Werk der Musiker Kollegah und Farid Bang gestellt.

»Wir nehmen Künstler und künstlerische Freiheit ernst, und wir sagen unseren Künstlern nicht, was ihre Texte enthalten sollten und was nicht«, teilte die Tochter des Medienunternehmens Bertelsmann am Mittwoch in Gütersloh mit.

Ohne Zweifel hätten manche Zeilen des Rap-Albums viele Menschen tief verletzt. Auf der anderen Seite seien viele Menschen nicht so sehr verletzt worden, so dass das Album vergangenes Jahr eines der meistverkauften in Deutschland gewesen sei. Die Rapper hätten betont, dass sie weder rassistisch noch antisemitisch seien und ihr Bedauern über verletzte Gefühle ausgedrückt.

Das Album sei auch nicht indiziert worden. Der Ethikbeirat des Musikpreises habe es zur Verleihung zugelassen. »Wir bekräftigen unsere Verpflichtung zur künstlerischen Freiheit, so lange sich die Künstler an das Gesetz halten«, so BMG.

Das Rap-Album »Jung, Brutal, Gutaussehend 3« enthält Textzeilen wie »Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen« und »Mache wieder mal ‘nen Holocaust, komm’ an mit dem Molotow«. Dass diese Musik beim Echo preiswürdig war, hatte heftige Kritik und eine Debatte um Antisemitismus ausgelöst. Ob das Album wie vorige aus Jugendschutzgründen auf den Index kommt, ist nach Angaben der Bundesprüfstelle in Bonn noch offen.

Kommentare

Es geht nicht nur um Rassismus und Antisemitismus und auch nicht nur um den einen Song.
Die Texte von Kollegah und Farid Bang sind von Gewalt gegen Frauen, Vergewaltigung, Nötigung und Unterdrückung geprägt, desweiteren richten sie sich auch gegen Homosexuelle, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Von den Textabschnitten mit sexuellen Handlungen an Minderjährigen mal ganz zu schweigen.
Das ist keine Kunst! Das kann nicht nur tatsächlich weg, das MUSS weg!
Vielleicht kann man es nicht verbieten...ok. Aber auf keinen Fall darf man sowas unterstützen und erst recht nicht mit einem Preis auszeichnen, egal wieviele Alben davon verkauft wurden. Denn nur weil es leider immer noch zu viele halbgescheite Menschen gibt, die sowas kaufen, heißt das noch lange nicht, das die oben genannten "Tatbestände" nicht vorhanden wären.
Es ist mir unbegreiflich, wie sich gerade Frauen hinter dieses Album / diese verachtenswerten Musiker und hinter alle ähnlichen Alben / Musiker stellen können und auch der Ethikbeirat sollte sich mal fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat!

1 Kommentare

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