Mo., 04.06.2018

Mittelalter-Spektakel auf Hof Kruse zieht mehr als 20.000 Gäste in den Bann - mit Video »Anno«-Land in Kinderhand

Philipp (5), Charlotte (10), Bela (4) und Marlon (8, von links) sind die nächste Generation Ritter, die »Anno 1280« hervorgebracht hat. Das Mittelalter-Spektakel ist in den vergangenen vier Tagen wieder ein Abenteuerspielplatz für Kinder gewesen.

Philipp (5), Charlotte (10), Bela (4) und Marlon (8, von links) sind die nächste Generation Ritter, die »Anno 1280« hervorgebracht hat. Das Mittelalter-Spektakel ist in den vergangenen vier Tagen wieder ein Abenteuerspielplatz für Kinder gewesen. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Schwül-heiß war es, nass war es – aber schön war es: Zur zehnten Auflage von »Anno 1280« sind in den vergangenen vier Tagen wohl deutlich mehr als 20.000 Besucher geströmt. Sie trotzten einigen heftigen Wetterkapriolen und motzten gelegentlich über gepfefferte Preise.

»Mit 6,50 Euro sind mir ein Spanferkelbrötchen oder ein Räuberspieß deutlich zu teuer«, kritisierte beispielsweise ein Familienvater (37) aus Kassel, der mit zwei kleinen Kindern am Samstag die Zeitreise zu den Rittern, Spielleuten, Wikingern und Fabelwesen auf dem Hof Kruse in Isselhorst angetreten hatte. Den Eintrittspreis von zehn Euro für Erwachsene hingegen fanden viele Gäste okay: »Dafür kann man sich hier den ganzen Tag aufhalten und bekommt an jeder Ecke etwas geboten«, meinte Manuel (18) aus Avenwedde.

In der Tat war das von Norbert »Nobby« Morkes (66) und seinem Sohn Felix (21) veranstaltete Mittelalter-Spektakel mit mehr als 1300 Akteuren vor allem ein Abenteuerland für Kinder: Mädchen wie Jungen wähnten sich, vielfach mit buntem Wappenschild, Helm und Holzschwert ausstaffiert, in der Epoche eines Richard Löwenherz (1157 bis 1199) oder Widukind zu Rheda (vor 1154 bis 1189).

Da konnte gleich nebenan vor großem Publikum der zahme Drache »Fangdorn« Feuer speien, da konnten wackere Gaukler ihren Schabernack mit den Gästen treiben – die Kleinen wie Philipp (5), Charlotte (10), Bela (4) oder Marlon (8) ließen sich davon nicht beirren, sie blieben in ihrer eigenen, spannenden »Anno«-Welt. Doch auch die Erwachsenen kamen auf ihre Kosten: Sobald das Hornsignal eines Knappen über den Platz der mehr als 200 Heerlager und Marktstände schallte, und »Wenzels Ritterspiele« hoch zu Ross ankündigte, strömte das Publikum zum Turnier.

Nicht minder interessant gestaltete sich in der Abenddämmerung ein Bummel entlang der von Kerzen und Feuerstellen beleuchteten Heerlager, wobei es selbst im Publikum zahlreiche Hingucker gab: So waren aus Dortmund Marvin (29) als Wikinger und Marc (31) als Orc unterwegs; Detlev (49), Peter (47) und Sebastian (56) passten mit ihren farbenprächtigen Uniformen des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) nicht ganz in die Mittelalter-Epoche des gastgebenden Grafen Otto III. zu Ravensberg (um 1246 bis 1305), sie sahen aber trotzdem klasse aus.

Unter den Heerlagern stach das der Gräfin Sophie von Uppenberg aus Münster und ihrem Gefolge durch Authentizität und Gastfreundlichkeit hervor: Besucher wurden hereingebeten und darüber informiert, wie eine adelige Gesellschaft annodazumal reiste und wie ihre Zelte eingerichtet waren. Wer nach so vielen Eindrücken durstig war, wurde dieses Mal rascher an den beiden neuen, großen Tavernen bedient.

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