Gütersloh: Eine Kita wäre in der Blankenhagen School niemals möglich gewesen
Da stehen ja Strommasten

Gütersloh (WB). Drei Jahre hat die Stadt auf die Möglichkeit gewartet, die Blankenhagen School zu kaufen und in eine Kindertagesstätte umzuwandeln. Jetzt verzichtet sie doch darauf. Das liegt aber nicht nur an ihrer Ansicht nach überzogenen Preisvorstellungen der Bima.

Freitag, 08.06.2018, 11:15 Uhr aktualisiert: 08.06.2018, 11:20 Uhr
Mit ihren Sportplätzen, Spielplätzen und Nebengebäuden wäre das zwei Hektar umfassende Areal der Blankenhagen School sicher eine hervorragende Kindertagesstätte geworden. Doch in 200 Meter Entfernung verlaufen Starkstrommasten. Foto: Stadt Gütersloh
Mit ihren Sportplätzen, Spielplätzen und Nebengebäuden wäre das zwei Hektar umfassende Areal der Blankenhagen School sicher eine hervorragende Kindertagesstätte geworden. Doch in 200 Meter Entfernung verlaufen Starkstrommasten. Foto: Stadt Gütersloh

Offenbar hat erst ein Schreiben der Bezirksregierung im März die Stadt darauf hingewiesen, dass hinter dem geplanten Kindergarten die Trassen einer Höchstspannungsleitung verlaufen. Und zwar nicht im erforderlichen Abstand von 400 Metern, sondern nur in 200 Metern Entfernung. Die geplante Kindertagesstätte wäre also schon vor drei Jahren dort nicht möglich gewesen, auch wenn das von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) beauftragte Wertgutachten nicht solange gedauert hätte.

Stadt hält Gutachten für »nicht nachvollziehbar«

Dieses »nicht nachvollziehbare« Gutachten dient Stadtbaurätin Nina Herrling jedoch als Hauptgrund, den Erwerb der Blankenhagen School abzulehnen. Gut zwei Millionen Euro möchte die Bima für das Areal haben. Ob die dort alternativ geplante Wohnnutzung mit den Höchstspannungsleitungen überhaupt noch realistisch ist, lässt die Stadt in ihren jüngsten Erörterungen offen.

Immerhin hat sie eine Lösung für den dringenden Kita-Bedarf. Die Verhandlungen zum Kauf der Jakobus-Kirche in Blankenhagen sind so gut wie abgeschlossen. Den ebenfalls gutachterlich festgestellten Kaufpreis von rund 280.000 Euro hält die Stadt für akzeptabel. Dem Integrierten Handlungskonzept für Blankenhagen zufolge soll in der entwidmeten, ehemaligen Kirche ein Bürgertreff eingerichtet werden. Dazu könnte das bestehende Bürgerzentrum Lukas seine Räume am Spiekergarten verlassen und mit in die neue Kirche ziehen.

Ansehnliches Außenareal

Das Bürgerzentrum Lukas wiederum besitzt ein ganz ansehnliches Außenareal. Darum könnte es auch als Standort einer neuen Kita dienen. Das ist eine gute, aber keine schnelle Lösung. Denn das Zentrum müsste dazu erst umgebaut und brandschutztechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden. In Blankenhagen ist der Bedarf mit 146 noch fehlenden Kita-Plätzen am höchsten in der Stadt. In den Umbau der Blangenhagen School sollten 1,3 Millionen Euro investiert werden.

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