Mo., 18.06.2018

Nach dreijähriger Planungsphase und sechsmonatiger Bauzeit: Parkour-Park eröffnet Alle Hindernisse überwunden

Seit Samstag ist sie eröffnet: Natürlich wird die Parkour-Anlage mit all ihren Elementen sofort in Beschlag genommen. Dabei zeigen auch »Nachwuchs-Traceure«, welche erstaunlichen Fähigkeiten man bereits in einer Woche Ferienkurs erwerben kann.

Seit Samstag ist sie eröffnet: Natürlich wird die Parkour-Anlage mit all ihren Elementen sofort in Beschlag genommen. Dabei zeigen auch »Nachwuchs-Traceure«, welche erstaunlichen Fähigkeiten man bereits in einer Woche Ferienkurs erwerben kann. Foto: Jens Dünhölter

Von Jens Dünhölter

Gütersloh (WB). An der Ahornallee in Gütersloh ist auf 1600 Quadratmetern Fläche Deutschlands größter, modernster und innovativster Parkour-Park entstanden. Kein Wunder also, dass zur Eröffnung am Samstag zahlreiche Ehrengäste erschienen. Eine Sonderbehandlung erhielt in diesem Rahmen Dr. Werner Gehring (83); die hatte er sich aber auch redlich verdient.

Anlässlich seines 80. Geburtstages am 26. Januar 2015 stellte der Unternehmer der Stadt Gütersloh als Wohltäter zweckgebunden eine Million Euro für den bereits realisierten Brunnen vor dem Theater, den Bau einer Anlage für die Trendsportart Parkour sowie die anteilige Beteiligung an der Umgestaltung des Rathausvorplatzes zur Verfügung.

Als der Spender und Stifter gemeinsam mit seiner Ehefrau Martina Schwartz-Gehring zur offiziellen Einweihung erschien, wurde er sofort von Sozialdezernent Joachim Martensmeier vorgewarnt: »Nicht dass Sie denken, die Elemente sind bereits verschmiert. Die Graffitis und Schriftzüge sind Absicht. Das sind die Motti der bisherigen neun Parkour-Camps.« Der Unternehmer dankte für die Info und nahm sie nach einem zufrieden schweifenden Blick über die Anlage souverän zur Kenntnis.

Grund zur Freude hatten indes auch all die Unterstützer, Förderer, Freunde, Begleiter, Parkour-Papa Claus-Peter »Pit« Mosner vom Fachbereich Jugend und Bildung sowie selbstredend die Traceure genannten Sportlerinnen und Sportler, die das von Bürgermeister Henning Schulz so titulierte »Signal für die Jugendkultur« in einem gemeinsamen Prozess aus der Taufe gehoben hatten. Analog zur Sportart mussten während der dreijährigen Planungsphase zwar etliche Hindernisse überwunden werden, dafür kann sich der in sechsmonatiger Bauzeit für 330.000 Euro entstandene Freiluftabenteuer-Spielplatz für Traceure sehen lassen.

330.000 Euro in sechs Monaten verbaut

Stellvertretend für alle Anwesenden unterstrich Henning Schulz: »Wenn ich mich hier umsehe, bin ich stolz. Ab sofort geht von Gütersloh aus eine eindrucksvolle Botschaft durch die gesamte Parkour-Welt.« Ausdrücklich danke der Verwaltungschef seiner Vorgängerin Maria Unger, für die die Trendsportart immer eine Herzensangelegenheit war und noch ist. Schulz vergaß auch den Motor und Hauptinitiator der Szene Pit Mosner nicht: »Parkour steht für Community, für das Miteinander, für Gemeinsamkeiten. Es ist Ausdruck einer gelebten, engagierten Jugendkultur, die etwas verändert.«

Das letzte offizielle Wort gehörte selbstredend dem Mann, ohne den der Parkour-Park nur eine Vision in den Köpfen einiger Enthusiasten geblieben wäre. Dr. Werner Gehring: »Die Anlage ist sieht ziemlich perfekt aus. Da waren ohne Zweifel Fachleute am Werk.« Mit Argusaugen hatte er auf Anhieb ein paar Feinheiten entdeckt: »Ich sehe hier auch Beton. Es gehört viel Mut dazu, die Elemente ohne Blessuren zu durchqueren.«

Danach stand der Eroberung des Parks durch die bereits unruhig mit den Turnschuhen scharrenden Sportler nichts mehr im Weg. Von der allgemeinen Bewegungsfreude ließen sich auch einige Eröffnungsgäste anstecken. Bürgermeister Henning Schulz balancierte über Baumstämme; Martina Schwartz-Gehring tat es ihm auf einer schmalen Stange gleich. Dr. Werner Gehring betrachtete das bunte Treiben mit sichtlichem Vergnügen. Seine erste richtig große Feuertaufe wird der Begegnungsort übrigens beim »10. Gütersloher Parkour-Camp« vom 20 bis 22. Juli zu bestehen haben.

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