Di., 31.07.2018

Pächter Reiner Schenke lässt parkähnlichen Biergarten von 1924 wieder herrichten Upmann-Dschungel wird gestutzt

So prächtig hat der Biergarten der Gaststätte Upmann an der B61 in den 1950er Jahren ausgesehen. Dieser Zustand soll jetzt wieder hergestellt werden.

So prächtig hat der Biergarten der Gaststätte Upmann an der B61 in den 1950er Jahren ausgesehen. Dieser Zustand soll jetzt wieder hergestellt werden. Foto: Stadtarchiv

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Wo früher Gäste unter schattigen Linden plauschten und lachten, befindet sich ein Dschungel: Die Natur hat den alten Biergarten der früheren Gaststätte Upmann in mehr als 30 Jahren verschlungen. Von Montag an wird das rückgängig gemacht.

Dann rollen Fachleute unter Leitung des Garten- und Landschaftsbauers Heiner Varnholt (59) mit speziellen Hubsteigern an, um die in die Höhe gewucherten Linden ordentlich zu stutzen. Doch das ist nur der Anfang.

Heiner Varnholt, Reiner Schenke, Daniela Toman und Andreas Grube (von links) blicken im zugewachsenen Biergarten auf die Baupläne. Foto: Carsten Borgmeier

Insgesamt plant Pächter Reiner Schenke (53), den ursprünglich wohl um 1924 angelegten, 6500 Quadratmeter großen, parkähnlichen Biergarten nach alten Plänen zu neuem Leben zu erwecken. So soll vor der Terrasse auch ein Springbrunnen wieder angelegt werden, um den sich früher eine große, rechteckige Rasenfläche, Promenaden und Sitznischen in Lauben gruppierten.

Springbrunnen und bis zu 400 Sitzplätze

»Wir werden hier nicht tabula rasa machen«, weist Heiner Varnholt auf die am Montag beginnenden Arbeiten hin, »aber es wird einiges herausgeschnitten werden müssen, was hier nicht hingehört.« Die eingesetzten Hubsteiger seien dabei von leichter Bauart, um den Untergrund nicht zu sehr zu verdichten. Ferner seien noch Fundamente der alten Garten-Anlagen vorhanden, die nicht beschädigt werden sollen.

Die Rückschnitt-Aktion dauert nach Angaben Varnholts etwa 14 Tage. Die Linden, die übrigens aus Berlin stammen sollen, werden demnach auf eine Höhe von etwa sechs bis sieben Meter gestutzt. Im Rahmen der Vorarbeiten waren Varnholt, Architekt Andreas Grube und Daniela Toman (städtischer Fachbereich Grünflächen) im Dickicht des insgesamt 13.000 Quadratmeter großen Geländes nicht nur auf einen alten Schuppen und ein Gewächshaus, sondern auch auf ein total zugewuchertes Bienenhäuschen gestoßen. Dieses soll erhalten oder gar irgendwie genutzt werden. Wie genau, stehe aber noch nicht fest.

Überwuchertes Bienenhäuschen kommt zum Vorschein

Die Rekonstruktion des Biergartens der Gaststätte Upmann kann auch deshalb gelingen, weil im Gütersloher Stadtarchiv noch die auf dieser Seite gezeigten, historischen Fotos der einstmals prächtigen Anlage existierten. Am 4. Juli 1954 wurde in diesem rappelvollen Biergarten das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 zwischen Deutschland und Ungarn (3:2), das »Wunder von Bern«, übertragen.

Unternehmer Thomas Hagedorn als Eigentümer und Bauherr sowie der Feinkosthändler Reiner Schenke als Pächter investieren in das Gesamtprojekt insgesamt etwa drei Millionen Euro. Welchen Kosten davon auf den Garten entfallen, konnte Schenke am Montag noch nicht absehen.

Die Bauarbeiten an dem denkmalgeschützten, im Kern mehr als 250 Jahre alten Gebäude-Ensemble sollen bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Die Familie Schenke will dort eine Bäckerei und Erlebnis-Gastronomie etablieren.

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