Mi., 01.08.2018

Neue Ausgabestelle für Geringverdiener eingerichtet Tafel verteilt auch am Abend

Tafel-Geschäftsführerin Ruth Prior-Dresemann (rechts) und Mitarbeiterin Andrea Kattenstroth stehen mit gespendeten Lebensmitteln vor dem großen Zelt an der Kaiserstraße. Von dort aus wird ab dem 15. August auch am Abend verteilt.

Tafel-Geschäftsführerin Ruth Prior-Dresemann (rechts) und Mitarbeiterin Andrea Kattenstroth stehen mit gespendeten Lebensmitteln vor dem großen Zelt an der Kaiserstraße. Von dort aus wird ab dem 15. August auch am Abend verteilt. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB). Mehr als 3800 Menschen holen sich Brot, Obst oder Gemüse bei der Gütersloher Tafel. Weil manche der Empfänger tagsüber aus verschiedenen Gründen ihre Lebensmittel nicht abholen können, hat der Verein jetzt eine Abend-Ausgabestelle eingerichtet.

»Immer mehr unserer Empfänger sind Geringverdiener, machen eine Ausbildung, nehmen an Sprachkursen teil und haben somit nicht die Möglichkeit, vormittags zu unseren Ausgabestellen zu kommen«, sagt Tafel-Geschäftsführerin Ruth Prior-Dresemann. Deshalb findet ab Mittwoch, 15. August, von 17.30 Uhr bis 18 Uhr eine Verteilung am Abend statt. Man habe improvisiert und für die ersten Wochen oder Monate ein Zelt auf dem Gelände der Gütersloher Tafel an der Kaiserstraße aufgebaut, von dem aus die Ausgaben erfolgen soll.

Bislang galt die Zentrale der Tafel nicht als eine von 50 Anlaufstellen im Kreisgebiet. »Vielleicht finden wir später eine andere, bessere Lösung«, hofft Prior-Dresemann, die seit einem Jahr die Geschicke der Tafel leitet. Die Verteilung am Abend sei jedoch nur für Bedürftige, die vormittags einer Tätigkeit nachgehen. Die Anmeldungen laufen ab dem 7. August, immer dienstags von 9.30 bis 12.30 Uhr, ebenfalls an der Kaiserstraße 38. Alle Lebensmittel seien vorkommissioniert. »Ein zu langes Warten oder Anstehen gibt es nicht.«

»Wir retten die Lebensmittel für Menschen in prekären Lebenslagen«

Bananen, eine ganze Kiste voll, dazu Paprikas, Äpfel und Salatköpfe. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter wuchten auch die Kühlboxen mit den Mischgetränken auf einen Holztisch im Lager der Tafel. Mehrmals in der Woche verteilen sie die Reste der Überflussgesellschaft an die Armen. Brot, Nudeln, übrig gebliebene Kuchenstücke, Süßigkeiten, Obst und Gemüse sind es in dieser Woche. Dazu Milch, Käse und Joghurt.

Überzählige Lebensmittel an Bedürftige verteilen anstatt das Essen auf den Müll zu werfen – die aus Amerika importierte Idee ist so bestechend, dass sie seit der Gründung der ersten deutschen Tafel 1993 auch hier im Kreis Gütersloh (seit 1997) ein Erfolgsmodell geworden ist. Die hiesige Tafel bekomme die Lebensmittel von Unternehmen der Umgebung und durch Lebensmittelspenden-Aktionen aus Supermärkten.

»Wir retten diese Lebensmittel für Menschen in prekären Lebenslagen und bauen eine Brücke zwischen Überfluss und Bedürftigkeit«, so die Geschäftsführerin. Die Bedürftigkeit werde geprüft, und es bestehe kein Anspruch auf Unterstützung. Die Zuteilung sei zeitlich begrenzt, »also Hilfe zur Selbsthilfe.« Was die laufenden Kosten für Gebäude, Fuhrpark und Personal angehe, sei die Tafel auf Geldspenden angewiesen. Nur so könnten Anschaffungen und Ausgaben getätigt werden.

 

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