Fr., 19.10.2018

Frust bei der Stadt: Seit Jahren stockt die Lift-Planung für die ZOB-Tiefgarage Keiner will den Aufzug bauen

Hier soll der neue Fahrstuhl für die Tiefgarage am ZOB installiert werden. Rüdiger Flöttmann, Technischer Leiter beim Fachbereich Tiefbauamt, macht sich so langsam Sorgen, weil die Stadt für die Arbeiten keine Firma findet.

Hier soll der neue Fahrstuhl für die Tiefgarage am ZOB installiert werden. Rüdiger Flöttmann, Technischer Leiter beim Fachbereich Tiefbauamt, macht sich so langsam Sorgen, weil die Stadt für die Arbeiten keine Firma findet. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB). Die Park-Tiefgarage unter dem Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) in Gütersloh soll endlich einen Fahrstuhl bekommen. Die Planungen dafür laufen bereits seit 2014. Auch das Geld liegt bereit. Doch die Stadt findet einfach keine Firma, die den Auftrag ausführt.

»Es ist zum Verzweifeln und bereitet uns so langsam Kopfzerbrechen«, stöhnt Rüdiger Flöttmann, Technischer Leiter beim Fachbereich Tiefbau. »Wir haben zum dritten Mal die Lose für den Aufzug ausgeschrieben. Bis heute haben wir nicht ein einziges Angebot auf den Tisch bekommen«, erzählt der 59-Jährige.

Gehbehinderte und Senioren leiden besonders

Kernbohrungen sind schon durchgeführt worden, denn immerhin muss der Fahrstuhl in den Beton geschnitten werden. »Parkflächen liegen auch zwei Etagen unter der Erde. Eine Vorsichtsmaßnahme, denn während der Montage könnte uns das drückende Grundwasser Probleme bereiten.« Auch die Symbole auf den neuen Beschilderungen im Parkhaus seien längst angebracht, »aber sie sind noch überklebt.«

Zweite Etage in der ZOB-Tiefgarage: Links neben dem Treppenaufgang soll der große Lift eingebaut werden.

Seit vielen Jahren haben besonders Ältere oder Menschen mit Behinderung Schwierigkeiten, die vier Treppen – vor allem aus dem zweiten Parkdeck – zu überwinden. Die meisten wollen zum Ärztehaus am ZOB oder in die Innenstadt und »quälen« sich regelrecht nach oben. Beschwerden darüber sind nicht ausgeblieben. Zwar gibt es am Ende der Tiefgarage – etwas versteckt – einen kleineren Aufzug. Doch der, so erklärt es Flöttmann, ist in erster Linie für Reisende zum Bahnhof gedacht.

Um künftig den behindertengerechten und leichteren Zugang zu allen Etagen zu ermöglichen, ist also ein weiterer und größerer Fahrstuhl notwendig. »Und daran arbeiten wir seit fast vier Jahren, denn wir haben die prekäre Situation erkannt.«

345.000 Euro stehen längst bereit

Dafür seien 345.000 Euro eingeplant. Flöttmann: »Die Kosten setzen sich aus Beton-, Stahl- und Glasbauarbeiten, den Aufzug, Ingenieurleistungen, Statik, Brandschutz und andere Technik zusammen.« Da leider noch kein Angebot eingegangen sei, könne man nur von Schätzkosten ausgehen. Das könne bei der Auftragsvergabe jedoch stark abweichen.

»Uns bleibt nichts anderes übrig, als die Baumaßnahme ein viertes Mal auszuschreiben«, sagt der Technische Leiter, dem die ausbleibende Resonanz längst große Sorgen bereitet. Dass so gar keine Angebote abgegeben werden, führt Flöttmann auf die Auslastung der Anbieter zurück: »Fast jedes moderne Wohnhaus wird heutzutage mit einem Aufzug versehen. Da bleibt den Unternehmen nur noch wenig Zeit für außergewöhnliche Projekte wie beispielsweise das unsere.« Er hofft, dass der ZOB Ende nächsten Jahres oder Anfang 2020 den ersehnten Fahrstuhl für die Tiefgarage bekommt. »Wir werden alles dafür tun«, versichert er.

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