Do., 08.11.2018

Unternehmensberater von McKinsey prüfen alle Konzernsparten Miele will 100 Millionen Euro einsparen

Der Eingang des Miele-Zentrale in Gütersloh.

Der Eingang des Miele-Zentrale in Gütersloh. Foto: Oliver Schwabe

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Der Gütersloher Hausgerätehersteller Miele holt die Unternehmensberatung McKinsey ins Haus. Die Berater sollen ein Einsparvolumen von deutlich mehr als 100 Millionen Euro ausloten. Unabhängig davon werden im Gütersloher Stammwerk in den kommenden acht Jahren 500 Arbeitsplätze abgebaut.

Die Verpflichtung des amerikanischen Beratungsunternehmens habe nichts mit der seit Jahresanfang schwelenden Absatzkrise großer Hausgeräte zu tun, versichert Miele-Sprecher Carsten Prudent auf Anfrage. Beim aktuellen Auftrag gehe es um eine groß angelegte Strategieberatung. Dazu sei McKinsey aus einer Vielzahl möglicher Bewerber ausgewählt worden, weil es das überzeugendste Konzept vorgestellt habe.

Das derzeit bei der Bundeswehr wegen unregelmäßiger Beraterverträge in die Kritik geratene Unternehmen ist unter anderem in 27 von 30 Dax-Unternehmen aktiv. Vier von 30 Dax-Konzernlenkern sind ehemalige McKinsey-Berater. Das Unternehmen wirbt mit einem weltweit verknüpften Netz aus 30.000 ehemaligen Beratern, großem Erfahrungswissen und einem daraus resultierenden Methodenarsenal. Eine Qualität, die ihren Preis hat: Ein McKinsey-Berater kostet Brancheninformationen zufolge zwischen 2800 und 3200 Euro am Tag. Wie lange die Berater bei Miele im Einsatz sein werden, teilt das Gütersloher Unternehmen nicht mit.

Konzernleitung erwartet Handlungsempfehlungen

Carsten Prudent: »Die Konzernleitung erwartet von McKinsey Handlungsempfehlungen, mit deren Hilfe Miele seine Wettbewerbs- und Zukunftssicherheit erhalten wird.« Initiativen dieser Art seien für größere Unternehmen unverzichtbar. Deshalb würden auch bei Miele (Jahresumsatz: vier Milliarden Euro) praktisch permanent Unternehmensberater den Blick von außen und eine branchenübergreifende Expertise einbringen.

Von 2025 an werden in Gütersloh gut ein Drittel weniger Waschmaschinen produziert als bisher. Foto: Oliver Schwabe

Unabhängig davon wird im Gütersloher Stammwerk geprüft, wie die Arbeit mit der neuen Waschmaschinenproduktion in Ksawerów bei Lodz in Polen geteilt werden kann. Trotz des derzeitigen Markteinbruches in Westeuropa hält Miele an der Gesamtzahl von 1,1 Millionen Waschmaschinen »plus x« im Jahre 2025 fest. »Das x steht für einen möglicherweisen höheren Bedarf, den wir natürlich auch bedienen wollen«, erläutert Prudent.

600.000 Waschmaschinen sollen 2025 in Gütersloh produziert werden

In Ksawerów werden günstige Einsteigermodelle produziert, die sich auf dem weltweiten Markt gegen preisaggressive Modelle aus Asien (Samsung, Haier) behaupten sollen. Das Stammwerk in Gütersloh wird dadurch ein Drittel seines Produktionsvolumens verlieren – statt 900.000 werden hier 2025 nur noch 600.000 Waschmaschinen produziert. In der 5400 Menschen umfassenden Gütersloher Belegschaft wird derzeit spekuliert, wie hoch der Arbeitsplatzabbau ausfallen wird. Carsten Prudent bestätigt 500 Stellen, die ausschließlich über Verrentung abgebaut werden sollen, nicht über Kündigungen.

Kommentare

Können auch mehr sein

500 sind bestätigt Können also auch wesentlich mehr sein Wie ausschaut geht es mit der Region OWL bergab

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