Dr. Christian Suschka (68) übergibt Kleintier-Praxis an seine frühere Auszubildende
Mehr Zeit für den Garten

Gütersloh (WB). Vor 15 Jahren ist sie von ihm zur tiermedizinischen Fachangestellten (TFA) ausgebildet worden, jetzt übernimmt Stefanie Kruppke (34) die Kleintier-Praxis ihres damaligen Lehrherrn: Dr. Christian Suschka (68) geht zum Jahresende in den Ruhestand.

Donnerstag, 22.11.2018, 15:15 Uhr aktualisiert: 22.11.2018, 15:20 Uhr
Praxis-Übergabe an der Neuenkirchener Straße 335 in Gütersloh-Spexard: Dr. Christian Suschka hat mit Stefanie Kruppke seine Wunschnachfolgerin gefunden. Foto: Carsten Borgmeier
Praxis-Übergabe an der Neuenkirchener Straße 335 in Gütersloh-Spexard: Dr. Christian Suschka hat mit Stefanie Kruppke seine Wunschnachfolgerin gefunden. Foto: Carsten Borgmeier

Der Spexarder Tierarzt freut sich deswegen gleich aus zwei Gründen: Zum einen wird er zukünftig mehr Zeit und Muße für seinen großen Garten haben, zum anderen hat er mit seiner früheren Auszubildenden die Wunschnachfolgerin gefunden.

Früher wurden die Tiere vorwiegend auf Höfen behandelt

So will sich Dr. Suschka nach 36 Jahren aus der von ihm 1982 an der Neuenkirchener Straße 335 gegründeten Praxis zurückziehen. Insgesamt aber blickt der gebürtige Oberschlesier auf ein mehr als 40-jähriges Wirken als Tiermediziner in der Gütersloher Region zurück, hatte er doch nach dem Studium erste Berufserfahrungen bei dem inzwischen verstorbenen Dr. Artur Syring sammeln können.

Die Liebe zur Reiterei und der Umgang mit Hunden seit Kindheitstagen haben Dr. Suschka eigener Aussage zufolge damals dazu bewogen, Tierarzt werden zu wollen. Doch während er in seinen ersten Berufsjahren noch vorrangig von Hof zu Hof fuhr, um Kühe, Pferde, Ziegen oder Schweine zu behandeln oder zu impfen, brachten im Laufe der Zeit immer mehr Kunden ihre erkrankten Kleintiere zu ihm in die Praxis. »Die kleinen bis mittleren Höfe mit ungefähr 25 Kühen gibt es heutzutage kaum noch«, spricht Dr. Suschka auf den Wandel in der Landwirtschaft zu immer größerem Tierbestand an. So habe er sich Anfang der 1990er Jahre dazu entschlossen, nur noch Kleintiere wie Hunde, Katzen oder Kaninchen in seiner Praxis in Spexard zu behandeln. »Zur selben Zeit habe ich auch damit aufgehört, für das Veterinär-Amt des Kreises in der Fleischbeschau tätig zu sein«, berichtet Suschka.

Kleintiere heutzutage immer häufiger zu dick

Seine Praxis, die idyllisch in einem alten Kötterhaus von 1891 unweit der ehemaligen Spexarder Brennerei in einem Wäldchen versteckt liegt, weiß er in guten Händen: Seine Nachfolgerin, die Fachtierärztin Stefanie Kruppke, hatte von 2003 bis 2005 an der Neuenkirchener Straße 335 ihre TMFA-Ausbildung absolviert, um dann von 2006 bis 2012 Tiermedizin in Hannover zu studieren. Zwischen 2012 und 2017 bildete sich die Bielefelderin zur Fachtierärztin für Innere Medizin fort, parallel arbeitete sie bis 2017 in einer Ahlener Tierklinik.

Kruppke will die Tierdiagnostik stark erweitern. Dazu plant sie auch, hochmodernes Gerät anzuschaffen. Pro Tag werden in der Praxis zwischen 30 und 60 Kleintiere behandelt. Ein wachsendes Problem sei Übergewicht bei Hunden und Katzen. Da sich auch Herrchen oder Frauchen immer weniger bewegten, würde das auch irgendwann das Haustier betreffen, so Kruppke.

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