Fr., 07.12.2018

Radschnellweg von Herford über Bielefeld und Gütersloh bis Wiedenbrück geplant Ein Mittel gegen das Verkehrschaos

Immer mehr Menschen sind zum Umstieg vom Auto aufs Fahrrad bereit. Allerdings braucht es dafür auch geeignete Strecken.

Immer mehr Menschen sind zum Umstieg vom Auto aufs Fahrrad bereit. Allerdings braucht es dafür auch geeignete Strecken. Foto: dpa

Gütersloh (WB). Auf dem Fahrrad-Highway durch die Region: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Gütersloh (ADFC) hat mit den Städten Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Bielefeld und Herford sowie dem Kreis Gütersloh das Projekt »Radschnellweg OWL 2.0« vorgestellt.

Ziel des Projekts ist die Planung und Errichtung einer Radschnellwegverbindung von Herford über Bielefeld und Gütersloh bis nach Rheda-Wiedenbrück. Hiermit möchten die Beteiligten eine neue, qualitativ hochwertige Radverkehrsverbindung für den Alltagsverkehr zwischen den vier beteiligten Städten schaffen.

Der Radschnellweg soll an den derzeit in Planung befindlichen Radschnellweg RS 3 zwischen Minden und Herford anschließen und wird mit diesem zusammen das Rückgrat für das Radverkehrsnetz in OWL.

Zeitgemäße Mobilität braucht passende Infrastruktur

Axel Horstmann, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Nordrhein-Westfalen, verdeutlicht die steigende Bedeutung von solchen Verbindungen, die ein Ausweg aus dem täglichen Verkehrskollaps aufzeigten: »Eine zeitgemäße Mobilität kommt ohne eine gute Infrastruktur für das Fahrrad nicht mehr aus. Gerade wenn man im Alltagsverkehr berufstätige Pendler vom Auto auf das Fahrrad umsatteln möchte, braucht man eine direkte, schnelle und sichere Verbindung zwischen den großen Wirtschaftszentren.«

Mit Tunnel und Brücken an Autos vorbei

Radschnellwege werden in der Regel bevorrechtigt geführt und Autoverbindungen durch Brücken oder Tunnel gequert. »Der Radverkehr ist sehr umwegesensibel«, ergänzt Daniel Neuhaus, Vorstandsmitglied des Gütersloher ADFC-Kreisverbands. »Die Niederländer machen uns vor, wie selbst zwischen Mittelzentren Radschnellwegverbindungen etabliert werden, die von immer mehr Pendlern angenommen werden.« Wer zwischen Gütersloh und Bielefeld per Rad pendelt, ist derzeit im Wesentlichen auf die B61 angewiesen, die laut Neuhaus nicht über eine zeitgemäße Radverkehrsinfrastruktur verfügt. Durch Pedelecs werden auch weitere Distanzen schaffbar.

Sicherlich werden die wenigsten Radfahrer die komplette Strecke von Herford nach Rheda-Wiedenbrück durchfahren. Aber auch für viele Teilstrecken weist eine Analyse der Stadt Bielefeld ein Potenzial von mehreren Tausend Pendlern am Tag auf.

Die erste Hürde ist genommen

Die beteiligten Partner haben das Projekt für das Entwicklungsprogramm »Regionale 2022« angemeldet. Die erste Hürde ist genommen, nun geht es um die weitere Umsetzung.

Der nächste Schritt ist eine Machbarkeitsstudie, um geeignete Korridore für die Streckenführung zu identifizieren. Auch Bürger, Parteien und Verbände sollen in den Prozess mit eingebunden werden.

Zum Ende der Regionale im Jahr 2022 wird der Radschnellweg noch nicht gebaut sein. Aber das Projekt soll dann unumkehrbar sein.

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