Sa., 08.12.2018

Stadt und Grundschulen erarbeiten Raumprogramm für die Zukunft »Kein Wünsch-dir-was-Prozess«

An der Heidewaldschule ist die pädagogische Bedarfsplanung bereits erfolgt.

An der Heidewaldschule ist die pädagogische Bedarfsplanung bereits erfolgt. Foto: Carsten Borgmeier

Von Michael Delker

Gütersloh (WB). Die steigende Nachfrage nach Ganztagsbetreuung setzt die Stadt Gütersloh unter Zugzwang. Sie muss ihre Grundschulen in den kommenden Jahren zukunftssicher aufstellen. Als Referenzschule wurde die Heidewaldschule ausgewählt.

Die Zunahme der Schülerzahlen, die Bedarfssteigerung im Offenen Ganztag, das Gemeinsame Lernen, die Sprachförderung sowie die besonderen Profilausrichtungen der Schulen sorgen für sich ändernde Flächenbedarfe. Im Zuge der Schulentwicklungsplanung ist deshalb an der Heidewaldschule mit allen Teilnehmern der Schulgemeinschaft ein Prozess der pädagogischen Bedarfsplanung (»Phase Null«) eingeleitet worden.

Ziel ist es, für etwaige Sanierungen, Erweiterungen im Bestand oder Neubauten eine Planungsgrundlage zu haben. Dabei handelt es sich nicht um einen »Wünsch-dir-was-Prozess«, wie Dezernent Joachim Martensmeier in einer Bildungsausschuss-Vorlage klarstellt. Die besondere Anforderung bestehe vielmehr darin, nicht in Räumen zu denken und zu planen, sondern in Aktivitäten, Abläufen und Funktionszusammenhängen.

Die Klassen eines Jahrgangs bilden eine Einheit

Eine Folge daraus ist zum Beispiel die Organisation der allgemeinen Unterrichtsbereiche in so genannte Cluster. Die jeweiligen Klassen eines Jahrgangs bilden eine Einheit, eine nachbarliche Gemeinschaft mit eigener Fläche und einem eigenen Raumkonzept. Dieser Gemeinschaftsbereich soll ein zeitweises Miteinander unterrichtlicher und sozialpädagogischer Programme, ein integriertes Ganztagskonzept, ermöglichen. Dieses soll von den jeweiligen Tandems Lehrer und Erzieher für und mit den Lerngruppen geplant und gestaltet werden.

Parallel zur pädagogischen Bedarfsplanung wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Aus dieser ergab sich eine erste Kostenstudie. Demnach müsste die Stadt 5,2 Millionen Euro investieren, um die Heidewaldschule zukunftssicher aufzustellen. Ziel ist es nun, das erarbeitete Flächen- und Raumprogramm im Jahr 2019 in eine konkrete Entwurfsplanung umzusetzen, damit im Anschluss die bauliche Umsetzung erfolgen kann.

Situation der Mittagsverpflegung muss verbessert werden

Martensmeier legt Wert auf die Feststellung, dass der für die Grundschule Heidewald ergebene Investitionsbedarf nicht einfach mit 17 (so viele Grundschulen gibt es in Gütersloh) multipliziert werden darf, um das Gesamtinvestitionsvolumen zu ermitteln. Jede Schule müsse individuell betrachtet werden.

An den Grundschulen Große Heide, Neißeweg und Kattenstroth soll dieser Prozess mit der pädagogischen Bedarfsermittlung (»Phase Null«) im Jahr 2019 eingeleitet werden. In den Folgejahren sollen die Standortbetrachtungen an den anderen Grundschulen erfolgen. Unstrittig ist laut Martensmeier bereits heute, dass an allen Schulstandorten die Situation der Mittagsverpflegung verbessert werden muss.

 

Kommentare

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6242325?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F